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29.09.2005 Genug Lehrer, umstrittene Qualität

 

Von Sabine Rauch

 

Limburg. An den Schulen im Landkreis fallen kaum noch Stunden aus– hier und da Sport, Kunst, Musik oder auch mal Mathe. Die Versorgung ist offenbar geregelt, die Unterrichtsgarantie erfüllt. Aber an der Qualität mangelt es noch häufig. Mancher Lehrer hat Mathe und Kunst studiert und gibt jetzt Sozialkunde und Deutsch, obwohl Mathe- und Kunstlehrer Mangelware sind. Manche sind schlicht zu alt, um mit den Schülern und der Methodenvielfalt klarzukommen, andere haben die Lust schon lange verloren. Und manche arbeiten wegen ihrer befristeten Verträge nur auf Abruf oder gehen mitten im Schuljahr weg, weil sie ihre befristete BAT-Stelle im Nachbarland gegen eine Beamtenstelle tauschen können. Und viele finden die Klassen zu groß für einen interessanten Unterricht. Zahlreiche Schüler verlieren die Lust am Lernen, weil sie davon ausgehen müssen, dass sie mit einem Hauptschulabschluss sowieso keine Lehrstelle finden, und andere können einfach nicht mehr leisten. Dies ist das Fazit des NNP-Bürgerforums. «Zu wenig Lehrer, schlechte Schüler, marode Gebäude, gefährdete Standorte – Sparen wir unsere Schulen kaputt»: Über diese Probleme diskutierten rund 400 Lehrer, Eltern und ein paar Schüler in der Sporthalle der Tilemannschule mit den Verantwortlichen.

 

An den Schulen mache sich große Gelassenheit breit. «Die wesentlichen Probleme haben wir in den Griff bekommen», sagte Kultusministerin Karin Wolff (CDU). Zwar gebe es an manchen Schulen am Anfang des Schuljahres noch Lücken, doch das werde sich ändern: «Ende September, nach dem Examen, bekommen die neuen Lehrer sofort einen Vertretungsvertrag.» Es werde auch in Zukunft BAT-Verträge geben, erläuterte Wolff, «aber es werden weniger». Allein in seinem Schulamtsbezirk könnten 30 bis 40 Lehrer dadurch bezahlt werden, dass die Lehrer sich in den Sommerferien arbeitslos melden müssen und nach den Ferien wieder eingestellt werden, sagte Martin Daus, der Leitende Schulamtsdirektor.

 

Hinsichtlich der Unterrichtsversorgung bekam die Ministerin viel Lob, sogar vom GEW-Kreisvorsitzenden Wolfgang Kessler: «Sie haben es geschafft, die Unterrichtsversorgung im Kreis zu regeln, dafür müssen wir Ihnen Achtung zollen.» Er wies allerdings darauf hin, dass die Unterrichtsverpflichtung für die Lehrer so groß ist «wie seit Jahrzehnten nicht mehr». Peter Laux, Direktor der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar, bestätigte: «Zum Schuljahresbeginn konnte der Unterricht abgedeckt werden, mit Ausnahme der dritten Sportstunde.» Und Günther Seip, Leiter der Erlenbachschule in Elz, sagte in diesem Zusammenhang Wolff knapp und herzlich «Danke».

 

Frank Kimpel-Stephan vom Elternbeirat kritisierte Missstände an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dauborn: «Die Unterrichtstafel ist abgedeckt, aber wir haben Grundschulklassen mit bis zu 28 Kindern, und selbst Mathe wird in einer Klasse von zwei Lehrern unterrichtet.» Wolff hatte das noch nie gehört. «Da muss man mal in die Führungsstruktur der Schule gucken.» Den zweiten Schwerpunkt der Eltern-Beschwerden bildete die Tilemannschule. Eine Mutter beklagte, dass es an dieser Schule mit musischem Schwerpunkt in einigen Klassen keinen Musikunterricht gibt.

 

«Bis zum Jahr 2015 will Hessen Bildungsland Nummer eins werden – warum wollen Sie noch so lange warten?» fragte Joachim Heidersdorf, Redaktionsleiter der NNP und Moderator des Forums. Es dauere etwa zehn Jahre, bis die Ergebnisse der Pisa-Studie umgedreht seien, antwortete Karin Wolff. Und natürlich müsse Hessen in die Lehrerfortbildung investieren. Auch Lehrer müssten sich einer Beurteilung unterziehen. «Eine Beurteilung ist keine Körperverletzung.» Außerdem brauche das Land mehr Vorlaufkurse für Migranten-Kinder mit schlechten Deutsch-Kenntnissen, mehr Leseförderung, die Umstellung der Lehrerausbildung und Vergleichsarbeiten. Vergleichsarbeiten seien sehr wichtig, zum Beispiel, um gleiche Voraussetzungen an den Schulen zu schaffen, sagte Catharina Daum, eine der Schulsprecherinnen der Marienschule. Nur müsse das Schulamt Hilfestellung leisten, und das erlebe sie bisher nicht.

 

«Wir brauchen qualifizierte Lehrer, und die Lehrer müssen sich immer weiter qualifizieren», sagte Martin Daus. Ein Lehrer müsse Interesse an dem Fach und an der Schule haben. Dafür sei die Haltung wichtig, nicht das Alter. Der Lehrerberuf brauche mehr Ansehen in der Gesellschaft, betonte Daus. Und die Schüler müssten einsehen, dass Lehrer keine Entertainer seien, sondern dass es letztendlich an ihnen liege, ob sie etwas lernen oder nicht.

 

Dr. Nicholas Pascoe vom Kreiselternbeirat erwartet etwas mehr von den Lehrern. «Die Schüler verbringen immer mehr Zeit in der Schule, deshalb ist es eine Pflicht, dass die Erziehungsaufgabe auch von den Lehrern wahrgenommen wird.» Und dafür müssten die Lehrer mehr Zeit haben, um ihr enormes Arbeitspensum zu leisten. Viele unterrichteten auch noch fachfremd, weil Kollegen fehlen. «Eltern wollen Qualität», und Aushilfen könnten die einfach nicht liefern. «Wir brauchen ein paar mehr Stellen, als man Spitz auf Knopf rechnen kann.» Schule müsse ein Ort sein, um fachliche und soziale Kompetenzen zu erwerben.

 

Nur was nutzt es den Schülern, wenn sie keine Perspektiven haben, fragte Günther Seip, Leiter der Erlenbachschule in Elz. Die Unternehmen hätten schon immer über die Fähigkeiten der Schulabgänger geklagt. Aber eines hat sich in den vergangenen Jahren geändert: Die Zahl der Schüler an den Berufsbildenden Schulen steigt, die Zahl der Berufsschüler sinkt. «Wo sind die Ausbildungs- und Arbeitsplätze für jene, die wir nicht weiterqualifizieren können?», so Seip. Die Gesellschaft müsse es einfach akzeptieren, dass es nicht alle Schüler schaffen, über eine Hochsprunglatte zu springen.

 

Für all jene Schüler, die in Mathe oder Deutsch nicht besonders gut sind, gibt es jetzt Hoffnung, sagte Michael Stark, Teamleiter für die Ausbildung bei der IHK. «Wir sind gemeinsam mit den Schulen dabei, einen kontinuierlichen Praxistag zu etablieren.» An einem Tag in der Woche sollen die Schüler in ein Unternehmen gehen, um dort zu zeigen, was sie können.

 

Eines war klar: Die Lage darf nicht verallgemeinert werden. Es gibt natürlich auch viele tolle Lehrer und hervorragende Schüler. Insgesamt, so Daniel Laukner, einer der neuen Lehrer an der Tilemannschule, seien die geschilderten Probleme an den Schulen im Kreis ziemlich klein im Vergleich zu dem, was er bisher in den neuen Bundesländern erlebt habe.




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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