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Bericht: Zehn Kleine Negerlein (01/02)

Keiner wird entrinnen.

 

Aufführung der Zehn Kleine Negerlein in Hadamar.

 

„Keiner wird entrinnen“ stand in großen, schwarzen Lettern auf einer Banderole, die die Zuschauer am 12. und 13.12.2001 zum Eingang der Aula führte, wo die Theater-AG der FJL-Schule das Stück Zehn Kleine Negerlein von Agatha Christie zur Aufführung brachte. In dem Krimi geht es um zehn Personen, die unter einem Vorwand auf eine einsame Insel gelockt werden, auf der sie dann festsitzen. Schon bald kommt heraus, dass jeder einen Mord verschuldet haben soll. Kurze Zeit darauf stirbt bereits der erste unter ihnen: Der laute, oberflächliche Marston (Nicola Weyer), der die Warnung ignoriert, vergifteten Wein trinkt und schließlich theatralisch und publikumswirksam am Flügel stirbt. Schon bald folgen weitere Tote, und jedes Mal passt die Todesart auf die Strophen des Kinderliedes Zehn kleine Negerlein, das auf dem Flügel gelegen hatte. Die Anspannung unter den Gästen nimmt zu. Und für den Zuschauer ist es interessant zu beobachten, wie die unterschiedlichen Charaktere damit umgehen.

 

Da wäre zum Beispiel die zänkische Butlersfrau Mrs. Rogers, glaubwürdig von Jana Wagner gespielt, die schon bei der bloßen Beschuldigung, ihre frühere Arbeitgeberin umgebracht zu haben, in Ohnmacht fällt. Als sie tags drauf tot ist, beginnt ihr Mann, der angesichts seiner Ehefrau ohnehin dem Alkohol zugetan war sich gänzlich dem Alkohohl zu widmen. Lisa Neunzerling spielte diesen Wandel vom seriösen, englischen Butler zum Betrunken so überzeugend, dass das Publikum sich bestens über die Ausfälle des Volltrunkenen amüsierte („Jetzt geh isch Holz holen und mache ein hübsches Feurchen. Es ist scheißkalt. Pardon, Mylady.“) Wenige Zeit später wird er mit einer Axt erschlagen.

 

Der schwerhörige General (Arne Lütkefedder) erheiterte ebenfalls das Publikum mit seinen ständigen Missverständnissen, jedoch am ersten Abend auch dadurch, dass er nach seinem Ableben noch einmal in einer Umbauphase zu sehen war. Nicht nur für diesen „Auftritt“ erhielt Arne, der an diesem Abend zum ersten Mal auf der Bühne stand, zu recht einen starken Applaus.

 

Als ein Publikumsliebling darf wohl Lady Emiliy Brent gelten, die überzeugend von Deborah Kuevi gespielt wurde. Sie war die ideale Besetzung! Obwohl ihr die Rolle der selbstgerechten, konservativen Dame, die ihren Neffen auf dem Gewissen hatte, unsympathische war, wie Deborah gestand, brachte sie die blasierte, selbstgefällige Art der Emily voll zu Geltung. Wie sie mit stoischer Ruhe einen Schal strickte, jeden außer sich selbst als Sünder betrachtete, Bibelverse zitierte und ständig wiederholte, dass die ganze Generation nichts tauge, war absolut stimmig. Zuletzt sank jedoch auch Emily vergiftet auf der Bühne nieder.

 

Eine große schauspielerische Leistung erbrachte Manuela Otterpohl als der nervenkranke Psychiater, der zunehmend an Haltung verliert und schließlich gänzlich zusammenbricht. Dieser psychische Zusammenbruch wurde von ihr so überzeugend dargestellt, dass man ihr gerne verzeiht, dass sie am ersten Abend einen Auftritt versäumte und dadurch für einige nicht einstudierte Komik sorgte. Letzten Endes war die Situation so verkorkst, dass die Regisseurin Frau Schützeberg auf die Bühne sprang, behauptete, die Panne sei eingeplant gewesen und einen kleinen Wutanfall vortäuschte - das schaffte Zeit genug, dass jemand Manuela mitteilte, dass sie bereits vor 10 Minuten einen Auftritt gehabt hätte. Das Publikum fand diese Unterbrechung jedoch erheiternd und so konnte das Spiel fortgesetzt werden. Es soll Zuschauer gegeben haben, die bedauerten, dass diese Panne am zweiten Abend nicht mehr unterlief...

 

Der nächste Tote war Blore (Christina Weißer), ein etwas dümmlicher Kriminalinspektor, der stets die Falschen verdächtigte und mit einem mächtigen Appetit gesegnet war. Unvergessen sind seine Worte „Hmm, Käsekekse...“. Von Christina darf man sagen, dass auch sie hervorragend gespielt hat und man vor allem eine beachtliche Entwicklung ihres schauspielerischen Vermögens gegenüber der Aufführung im letzten Jahr konstatieren kann. Den simplen Polizisten, der gerne mehr wäre, als er ist, nahm ihr zumindest jeder ab.

 

Wie in jeder guten Geschichte fehlte auch in diesem Krimi die Liebe nicht. Die junge, hübsche Vera – passend besetzt mit Sophie Deußer – erregt sofort die Aufmerksamkeit des selbstbewussten Abenteurers Captain Lombard (Fabian Lützig), der ihr fortan den Hof macht und dabei zeitweise auch erfolgreich ist. Fabian hatte die Rolle des Typ Mannes, der öfter mal in die Klemme gerät und deshalb stets einen Revolver bei sich trägt, so verinnerlicht, dass Gestik und Mimik vollkommen natürlich und passend wirkten. Seine schauspielerische Leistung, aber auch seine Textsicherheit überzeugten an beiden Abenden. Allein schon wie er als Captain Lombard den Cognac schwenkte, verdeutlichte den Genussmenschen, der sich weder einen guten Brandy noch eine hübsche Frau entgehen lässt. So scharfsinnig und vorsichtig Lombard aber auch ist – er verdächtigt als einzigen den tatsächlichen Täter –, kommt er doch nicht hinter den Trick des Mörders, wird schließlich selbst für diesen gehalten und von Vera erschossen.

 

Zu Veras blankem Entsetzen, erscheint nun der schon totgeglaubte Wargrave (Michael Novian) mit einem Strick in der Hand. Der zitternden Vera erklärt er, wie er seinen Tod vorgetäuscht und alle Morde begangen hat. Diese Beichte wurde von Michael bravourös in Szene gesetzt! Am zweiten Abend, an dem die komischen Elemente des Stückes weniger im Vordergrund standen als am ersten, war es totenstill im Publikum, als er mit einem Lachen, das von Geisteskrankheit kündet, der armen Vera entgegentritt und sein grausiges Geheimnis lüftet. Dieser lange Schlussmonolog stellte eine enorme Gedächtnisleistung dar! Und da nun keine Handlung mehr die Aufmerksamkeit des Zuschauers beansprucht, bedurfte es großen schauspielerischen Könnens, das Publikum trotzdem zu fesseln. Obwohl Michael erkrankt war, ist ihm dies insbesondere am zweiten Abend bestens geglückt. Darüber hinaus fand auch seine eigens für diese Aufführung komponierte Musik beim Publikum großen Anklang.

 

Obwohl – oder gerade weil? – am ersten Abend einige Pannen auftraten und das Humoristische des Stückes überwog, waren die Zuschauer begeistert. Der Regisseurin gefiel jedoch der zweite Abend, der reibungslos verlief und eine spannungsgeladene Atmosphäre aufkommen ließ, besser, und so äußerte sie sich auf der Bühne bei der Überreichung eines Geschenkes an sie dahingehend, dass sie sehr stolz auf die Leistung aller Beteiligten sei.

 

G. Schützeberg





Frau Schützeberg, die Darsteller und Helfer



Der kritische Blick von Captain Lombard verrät seine Vorsicht


Der totgeglaubte Wargrave legt vera nah, sich zu erhängen


Die selbstgerechte Emely Brent


General McKenzi


Die Anspannung des Psychaters wächst zunehmend


Kriminalinspektor Blore hält sich für clever


Die ungeklärten Todesfälle erschüttern alle
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