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Der Streit um eine Briefmarke

Westfälischer Frieden ohne Johann Ludwig von Nassau?

 

- Oder: Wie die Deutsche Post AG Geschichte sieht

 

Wir dokumentieren im Folgenden Auszüge aus einem Briefwechsel zwischen der Schule, dem für die Herausgabe von Briefmarken zuständigen Finanzminister sowie der Kulturvereinigung Hadamar.

 

 

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister Dr. Waigel,

 

wie wir erfahren haben, wird aus Anlaß des 350jährigen Jubiläums des Westfälischen Friedens eine Sondermarke herausgegeben, welche die Porträts von 14 der zahlreichen Gesandten, die an den Friedensverhandlungen teilgenommen haben, zeigt.

 

Da Ihr Ministerium für die Herausgabe von Briefmarken zuständig ist, wenden wir uns heute an Sie mit der kritischen Frage, warum das Porträt des Fürsten Johann Ludwig von Nassau-Hadamar nicht auf' dieser Sondermarke zu sehen ist. Es ist für die Schulgemeinde mit ihren 2100 Schülerinnen und Schülern sowie 125 Lehrerinnen und Lehrern und mehr als 4000 Eltern ein Ärgernis und nicht nachvollziehbar, daß der Generalbevollmächtigte des Kaisers (legatus plenipotentarius), Graf Johann Ludwig von Nassau-Hadamar (1590-1653), welcher von den Anfängen der Friedensverhandlungen in Köln im Jahre 1638 bis zum Abschluss des Friedens in Münster 1648 an den Verhandlungen 2teilgenommen hat und dessen Unterschrift sich an erster Stelle unter der Vertragsurkunde befindet, nicht die ihm gebührende Würdigung erfährt. Denn gerade seine großen Verdienste um den Westfälischen Frieden, für die er 1650 in den Fürstenstand erhoben wurde, sind es auch, die ihn zum Namensgeber unserer Schule werden ließen.

 

Ich bitte Sie daher im Namen der gesamten Schulgemeinde sehr herzlich, zu prüfen, ob eine entsprechende Würdigung des Fürsten Johann Ludwig durch eine evtl. Korrektur nicht doch noch zu erreichen ist. Für Ihr Verständnis und Ihr Bemühen im voraus vielen Dank.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Hartmann (Direktor)

 

 

 

Aus der Antwort des Bundesministers der Finanzen

 

Das Postwertzeichen ist, wie bei Themen dieses Zuschnitts üblich, mit kompetenter wissenschaftlicher Begleitung zustandegekommen. Es zeigt die beiden Friedensvermittler, den päpstlichen Nuntius Fabius Chisius sowie den venezianischen Gesandten Aloysius Contareno, die beiden kaiserlichen Gesandten, den kaiserlichen Premierminister und Kopf der Verhandlungsdelegation Trauttmansdorff sowie den bürgerlichen Gesandten und Juristen Volmarus, der maßgeblich bei der Formulierung der Vertragstexte war, zwei schwedische und französische Gesandte, einen Spanier und Niederländer sowie je zwei Gesandte deutscher katholischer bzw. protestantischer Fürsten.

 

Die Auswahl der Gesandten ist gut begründet und insbesondere hinsichtlich der beiden kaiserlichen Gesandten im Einklang mit dem wissenschaftlichen Forschungsstand und der Einschätzung von Prof. Dr. Fritz Dickmann in seinem Standardwerk "Der Westfälische Frieden"

 

 

 

Abschließend dazu die Antwort der Kulturvereinigung Hadamar, die ebenso wie die Stadt sofort in Bonn protestiert hatte.

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister Dr. Waigel,

 

wir bedauern, Ihre Erwartung enttäuschen zu müssen, unsere Vorbehalte wegen der Briefmarke „350 Jahre Westfälischer Friede" seien gemildert. Sie haben sich verstärkt, weil diese Marke mit kompetenter wissenschaftlicher Begleitung zustande gekommen sein soll.

 

Nur Gedankenlosigkeit, wenn nicht Schlimmeres, kann es erklären, daß die Marke das Bild eines Gesandten (von Trauttmansdorff) und — auf dem Zehnerblock — die Unterschrift eines anderen Gesandten (Johann Ludwig) zeigt. Diese Beliebigkeit des Abgebildeten belegt, daß bei der Gestaltung der Marke jedenfalls historische Überlegungen nicht maßgeblich waren.

 

Hätte der Gestalter der Marke wenigstens bei dem von Ihnen zitierten Dickmann, Der Westfälische Friede, nachgelesen, so wäre er schon bald darauf gestoßen, daß der abgebildete von Trauttmansdorff nur verhältnismäßig kurze Zeit an den Verhandlungen in Münster teilgenommen hat (29.11.1645 bis 16.7.1647), daß er trotz aller Verdienste um den Friedensschluß schon nach eigenem Bekunden gescheitert ist (S. 411) und daß Johann Ludwig von Nassau-Hadamar als Generalbevollmächtigter des Kaisers den Friedensvertrag in Münster unterzeichnet hat (S.607). Über all dies täuscht die Marke hinweg.

 

Wir wünschen Ihnen, sehr geehrter Herr Minister, in Zukunft eine glücklichere Hand bei Marken mit historischen Themen. Sollten Sie Themen erwägen, die einen Bezug zu Hadamar haben, und davon gibt es nicht wenige, so sind wir gerne Ihr Gesprächspartner.

 

 


 
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