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Requiem für einen Friedensstifter

Hadamar. Der Friedensschluss von Münster liegt 355 Jahre zurück. Die erste Unterschrift unter das große Werk des Westfälischen Friedens leistete der Graf von Nassau-Hadamar, Johann Ludwig, der als Bevollmächtigter des Kaisers diplomatisches Geschick, Klugheit und Gewandtheit bei den schwierigen Friedensverhandlungen gezeigt hatte. An diese historische Leistung Johann Ludwigs, der für seine Verdienste in den Stand eines Fürsten erhoben worden war, erinnerten die Redner bei der Gedenkfeier zum 350. Todestag des bedeutendsten Hadamarer Regenten. In der Fürstengruft unter dem ehemaligen Franziskaner-Kloster, wo Johann Ludwigs Gebeine aufbewahrt sind, fand die würdige Feier statt, die den besonderen Mann ehrte, der wie kein Zweiter das Gesicht der Stadt geprägt hat, wie Bürgermeister Hans Beresko sagte.

 

"Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften", heißt es im Brief des Jakobus, aus dem Dekan Manfred Pollex las. Die "Fratze des Krieges", die ganze Länder ins Verderben stürzte, so sagte Bezirksdekan Dieter Lippert, habe Johann Ludwig, ein "Mann von großer Tatkraft und Bildung", aus eigener Anschauung gekannt. Seinen Ruhm habe er nicht in Feldzügen erworben, ihn habe der Krieg nicht dazu gebracht, Rache auszuüben, sondern für den Frieden einzustehen. Dazu habe er seine Kraft und sein Vermögen eingesetzt. Er sei Diplomat, Unterhändler, Friedensstifter gewesen und könne so uns Heutigen ein Beispiel geben. In der Stadtkirche, in einer Schatulle, ist das Herz Johann Ludwigs; die Stelle ist in diesem Tagen mit Blumen geschmückt. Sein Herz sollte, barocker Frömmigkeit entsprechend, an dem Ort beigesetzt werden, an dem sein Herz hing, sagte Lippert. Und das war im Kloster der Jesuiten. Dies zeuge zum einen von tiefer Frömmigkeit, zum anderen vom Pflichtbewusstsein eines Regenten, der von frühester Jugend an sorgfältig auf sein Amt vorbereitet worden war, so Lippert. Einer der damaligen Bauarbeiter, die das Herz zufällig bei Restaurierungsarbeiten der Stadtkirche gefunden hatten, war ebenfalls bei der Gedenkfeier anwesend: Klemens Voll, heute Ortsvorsteher von Oberweyer.

Ehrenbürgermeister Hermann Bellinger hielt die Gedenkansprache und erinnerte zunächst daran, dass das historisch objektive Bild der Persönlichkeit Johann Ludwigs und dessen Regentschaft Dr. Walter Michel und seiner gewissenhaften Forschungsarbeit zu verdanken ist. Bellinger stellte dar, dass Johann Ludwigs Tod am 10. März 1653 eine lange Zeit der Erkrankung vorausgegangen war. 1648 hatte er während der Friedensverhandlungen in Münster einen Schlaganfall erlitten und war zeitweilig halbseitig gelähmt. Erst nach seiner Rekonvaleszenz in Bad Ems hatte er seine Tätigkeit als Bevollmächtigter des Kaisers wieder aufnehmen können. Im November 1652 erkrankte er so schwer, dass er bis zu seinem Tod fast ausnahmslos an sein Krankenlager gefesselt war. Johann Ludwig wurde 62 Jahre alt. Bellinger sagte, die Gedenkfeier ehre nicht nur die bedeutendste und größte Persönlichkeit in der Geschichte Hadamars, sondern auch einen Mann, dem die Menschen in ganz Europa viel zu verdanken hätten. Johann Ludwig sei der Architekt seiner Residenzstadt Hadamar gewesen, nach seinen Plänen wurde die Neustadt erbaut, er schuf aus dem halb verfallenen Wasserschloss die repräsentative Schlossanlage, die heute noch das Bild der Stadt prägt, und er kämpfte für die Gründung des Hadamarer Gymnasiums. Er rief die Franziskaner in seine Stadt, unterstütze den Bau des Klosters mit großzügigen Stiftungen, und sorgte für die Niederlassung des Jesuitenordens 1630 in Hadamar. Die Künstlerwerkstätten des "Hadamarer Barock" könnten guten Gewissens auf das Wirken Johann Ludwigs zurückgeführt werden.

Die Unterzeichnung des Westfälischen Friedens als Generalbevollmächtigter des Kaisers nach zehnjährigen Verhandlungen sei gewiss die Krönung seines Lebens gewesen, sagte Bellinger. Denn mit diesem Friedensvertrag habe ein grausamer Krieg beendet werden können, der nur bittere Armut, Not, Elend und Krankheit in Mitteleuropa zurückgelassen habe. Bellinger sagte, Johann Ludwig habe durch seine Klugheit und Weltoffenheit, durch seine Toleranz und seinen Respekt vor der Überzeugung des anderen, durch seine beispielhafte Fürsorge für die Menschen seines Landes und durch sein rastloses Bemühen Frieden zu schaffen, zu stiften und zu erhalten, auch für unsere Zeit ein Beispiel gegeben.

Die Feier wurde untermalt vom Celli-Trio und der Schola der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. (cz)


 
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