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Simon Kurtenacker (A1914)


Bild 1

 

Simon Kurtenacker, Abgang August 1914, gef. im Mai 1918

(1. Bild: Simon Kurtenacker als Kriegsfreiwilliger August 1914)

Der Ehemalige Simon Kurtenacker wurde am 1. April 1896 auf der Elbmühle nahe Dorchheim geboren. Nach der Grundschulzeit in Dorchheim besuchte er ab 1907 das Königliche Gymnasium zu Hadamar. Im gleichen Jahr wurde der Sextaner in das Bischöfliche Konvikt aufgenommen. Als der Untertertianer seinen Jahresabschluss nicht erreichte, zog das die Entlassung aus dem Konvikt nach sich. In den folgenden Jahren fuhr er täglich mit der Bahn zur Schule. Er war inzwischen mit seinen Eltern und Geschwistern nach Frickhofen umgezogen. Ab Ostern 1911 absolvierte er erfolgreich die drei Klassen von Untertertia bis Untersekunda. Zu Kriegsbeginn im August 1914 verließ Simon Kurtenacker mit vier Mitschülern die Obersekunda der Schule, um als Einjährig-Freiwilliger in den Militär- und Kriegsdienst einzutreten.

 

Zu einem einjährig-freiwilligen Militärdienst waren im Deutschen Reich nur Kandidaten zugelassen, die ein Zeugnis der mittleren Reife auf der Oberrealschule vorweisen konnten oder die gymnasiale Untersekunda erfolgreich abgeschlossen hatten. Auf einer Schmuckkarte vom Hadamarer Gymnasium wird diese militärische Perspektive in den Mittelpunkt gestellt: Simon Kurtenacker und seine Klassenkameraden von der Untersekunda gaben zu Ostern 1914 bekannt, dass sie die „Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erhalten“ hätten. Obwohl dieser militärdienstliche Aspekt seit Beginn der Weimarer Republik keine Bedeutung mehr hatte, wurde der mittlere Gymnasialabschluss noch bis weit nach dem 2. Weltkrieg traditionell als „Einjähriges“ bezeichnet.

 

(2. Bild: Schmuckkarte vom Hadamarer ‚Einjährigen’, Ostern 1914)

 

Für das Privileg, nur ein statt der üblichen zwei Jahre Militärdienst abzuleisten, musste der Einjährig-Freiwillige sich auf eigene Kosten ausrüsten und versorgen. Nach Ableistung des einen Dienstjahres und zweier Militärübungen wurden die ‚Einjährigen’ üblicherweise zu Reserve-Offizieren befördert – und konnten sich einen Truppenteil ihrer Wahl aussuchen. Die Bildungs- und Kosten-Hürde war deshalb aufgestellt worden, damit vorwiegend den Angehörigen der sogenannten „offizierfähigen Schichten“ die Reserveoffizierslaufbahn offenstünden. So hatte sich einmal Kaiser Wilhelm II. geäußert.

 

Wie aus seinen Feldpostkarten hervorgeht, machte Simon Kurtenacker seine militärische Ausbildung von August bis November 1914 im (nassauischen) Infanterie-Regiment Nr. 87 in Mainz. Eine Aufnahme mit drei Kameraden zeigt ihn dann als Musketier des (rheinischen) Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 29. Am 11. 2. 1915 ist er laut Feldpostkarte an seinen Bruder Ludwig dem Infanterie-Regiment Nr. 145 zugeordnet.

 

(3. Bild: Der 18jährige Simon Kurtenacker (rechts) in Marschausrüstung)

 

Bald nach Abschluss seiner Ausbildung als „Einjähriger“ dürfte er zum Ende des Jahre 1915 zum Unteroffizier befördert worden sein. Als sein endgültiger Kampfverband ist das rheinische Infanterie-Regiment Nr. 65 angegeben. Diese Einheit stand im gleichen Frontbereich der 4. Armee wie die 16. Reserve-Infanterie-Division aus dem Rheinland, zu der sein Simons Bruder Ludwig gehörte.

 

Die 4. Armee hatte im Februar/März 1915 die ‚Winterschlacht in der Champagne’ zu überstehen. Vermutlich stieß der Offiziersanwärter Simon Kurtenacker im späten Frühjahr zu seiner Einheit. Demnach hätte er in der „Loretto-Schlacht“ bei Arras seine Feuertaufe erhalten. Bei einem französischen Angriff am 17. Mai tobten um das langgestreckte Straßendorf Neuville St. Vaast heftige Kämpfe. Kurtenacker überlebte; aber genau drei Jahre später sollte er in der Nähe dieses Ortes fallen.

 

Anfang Oktober 1916 setzte man Kurtenackers Einheit in der Endphase der Somme-Schlacht ein. Bei diesen Kämpfen wurde er verwundet. Denn am 4. 12. 1916 schrieb er an seinen Bruder Ludwig eine Feldpostkarte von der „Genesungskompanie Köln“. Im Mai 1917 war die 15. Division bei der Schlacht an der Aisne eingesetzt. Nach den heftigen Kämpfen um die Dörfer Roeux und Craonne wurde Simon Kurtenacker für besondere Tapferkeit das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Der Kampfort lag nur einige Kilometer von dem Dorf Cerny entfernt, wo einen Monat vorher sein Bruder Ludwig gefallen war.

 

Ende März 1918 wurde die 15. Division von ihrem letzten Kampfgebiet in Flandern abgezogen und wieder in das Gebiet der Flüsse Somme und Aisne verlegt. Dort nahm die Einheit an der „großen Schlacht in Frankreich“ teil. Sechs Wochen später fiel Simon Kurtenacker nördlich von Arras. Als sein Todestag wird der 22. Mai 1918 angegeben. Er starb als Unteroffizier der 4. Kompanie des 65. Infanterie-Regiments während einer Nachtpatrouille bei Neuville. Eine Handgranate hatte seinen Hinterkopf zertrümmert.

 

In der standesamtlichen Todesmeldung war als Beruf des 22Jährigen „Schüler“ eingetragen. Auf einer Ehrentafel wurde sein Name zusammen mit anderen Gefallenen des Hadamarer Gymnasiums eingraviert. Die Gedenktafel brachte man nach dem Krieg in der Aula des Hadamarer Schlosses an, dem damaligen Schulgebäude des ehemaligen Schülers Simon Kurtenacker. Im Konvikt-Schülerbuch vermerkte man unter seinem Namen: „Gefallen fürs Vaterland“.

 

Simon Kurtenacker wurde nach seinem Tod in einem Kameradengrab mit fünf Gefallenen bei Neuville beerdigt. Heute befindet sich sein Grab auf dem Kriegsgräberfriedhof Neuville.St. Vaast in der Nähe von Arras / Nordfrankreich.

 

(4. Bild: Gedenktafel in der Hadamarer Schloss-Aula mit dem Namen Simon Kurtenacker)

 

Hubert Hecker




Bild 2


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Bild 4


 
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