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Alphons Adolph, Abgang 1866


Alphons Adolph als 80Jähriger

von Hubert Hecker

 

Als der ehemalige Hadamarer Schüler Alphons Adolph achtzigjährig im März 1934 in Passau starb, war er als Hoffotograf und Gewerberat ein hochgeehrter Mann. Seine bedeutendste Tat war die Erfindung der fotografischen Ansichtspostkarte am 1. Juli des Jahres 1879.

 

Alphons Adolph wurde am 8. 9. 1853 in Hachenburg als Sohn eines Kaufmanns geboren. Schon mit acht Jahren waren Alphons und seine drei jüngeren Geschwister Vollwaisen. Ein begüterter Onkel sorgte dafür, dass der Junge nach dem Besuch der Hachenburger Bürgerschule 1864 im Bischöflichen Knabenseminar aufgenommen wurde, das damals in den Adamy’schen Häusern am Hadamarer Neumarkt untergebracht war. Von dort aus besuchte er das Herzoglich-Nassauische Gymnasium Hadamar. Der nassauische Gymnasialplan sah sieben Klassen bis zur Maturitätsprüfung vor. So wurde der Schüler in die Septima eingeschult. Nach den durchschnittlichen Leistungen in der ersten Klasse fiel er in der Sexta mit durchschnittlichen Noten und einer 3- in Latein auf einen der letzten Leistungsplätze ab. Der Seminar-Regens beschrieb den Jungen als lebhaft und brav – mit Aufmerksamkeitsdefiziten. Dafür, also wegen „Unaufmerksamkeit und Trägheit“, wurde der Schüler mehrmals mit Arrest bestraft. Man äußerte Bedenken, ob der Junge zum Weiterstudium „ausreichend beanlagt erscheint“. Jedenfalls verließ er in der dritten Gymnasialklasse im Laufe des Schuljahres 1866/67 das Gymnasium in Hadamar und wechselte ins Pädagogium nach Oberlahnstein.

 

Ab 1871 bekam Alphons Adolph eine gründliche fotografische Ausbildung bei der kaiserlich-königlichen Hoffotografin Rosa Jenik. Nach dem Ende der Lehrzeit lernte der junge Fotograf bei einer Wiener Druckerei den Licht- und Zinkdruck kennen. Die labor- und drucktechnischen Kenntnisse sollten für Alphons Adolph noch große Bedeutung erlangen.

 

Nach seiner Wiener Lehrzeit bewarb sich der 24jährige Fotograf bei Alexander Matthaey. Der Bautzener „Hofphotograph Seiner Majestät des Königs Albert von Sachsen“ betraute Adolph Ende 1877 mit der Geschäftsführung einer Zweigniederlassung in Löbau. Ein Jahr später heiratete er eine Katharina Albrecht aus Alt-Löbau. Dem Ehepaar wurden vier Kinder geboren. Mitte des Jahres 1879 trat der Geschäftsführer als stiller Teilhaber in die Firma von Matthaey ein. Dieser Geschäftstermin, der 1. Juli 1879, war zugleich das Datum, an dem Alphons Adolph im Labortrakt seines Fotoateliers ein entscheidendes Experiment durchführte, das als Erfindung in die Geschichte der Ansichtskarte eingehen sollte: Es gelang ihm, auf eine Postkarte ein von ihm gefertigtes Foto aufzubringen und mittels Handpresse im Lichtdruckverfahren zu reproduzieren. Dieser Erfindungstermin wird in zahlreichen Artikeln von Journalisten genannt und auch von Alphons Adolph in einem Schreiben von 1930 bestätigt. Der findige Fotograf brachte noch im Jahre 1879 zahlreiche Fotopostkarten mit Ansichten von der Stadt Löbau sowie markante Gebäuden und Landschaftspunkten der Umgebung in der Oberlausitz in Umlauf.

 

Im wissenschaftlichen Wortsinn war der erste Druck von Foto-Postkarten keine Erfindung, sondern eine Innovation. Denn die Neuerung bestand in der Anwendung von bisher schon bekannten Verfahren zur Herstellung von einem neuartigen Produkt. 1879 waren vier technische Entwicklungen soweit fortgeschritten, dass die Zusammenführung gewissermaßen in der Luft lag:

- Die professionelle Fotografie konnte seit der Erfindung der Daguerreotypie von 1839 hervorragend scharfe und abschattierte Bilder herstellen.

- Zwischen 1855 und 1868 hatten Tüfftler eine Druckplatte hergestellt, auf deren lichtempfindliche Chromatgelantine-Oberfläche ein Fotonegativ belichtet werden konnte. Mit dem entsprechenden Lichtdruck-Verfahren wurden in den 1870er Jahren vielfach Gemälde in einer Stückzahl bis 1500 reproduziert.

- Die Druckmaschinen-Industrie stellte für den Lichtdruck eine kurbelbetriebene kleinere Handpresse bereit wie auch eine maschinengetriebene Lichtdruck-Schnellpresse.

- Schließlich ist auf die Einführung der Postkarte ab 1870 im Norddeutschen Bund und ab 1872 im Deutschen Reich zu verweisen. 1879 wurden in Deutschland schon 140 Millionen Postkarten verschickt.

 

Alphons Adolph hatte in seiner Wiener Lehrzeit Kenntnisse in der Fototechnik wie im Lichtdruckverfahren erworben. Von daher war er dafür prädestiniert, die Innovation der Foto-Postkarte einzuführen. Das Geschäft mit den Ansichtskarten, die Adolph auf einer Lichtdruck-Handpresse herstellen ließ, florierte mit Beginn der 1880er Jahre. 1883 gründete der erfolgreiche Unternehmer in seiner Heimatstadt Hachenburg eine Zweigniederlassung, allerdings nur für fotografische Arbeiten. Mit der Etablierung eines dritten „Ateliers für Photographie“ in Zittau 1885 vergrößerte Alphons Adolph sein Geschäft beträchtlich. Auch mit seiner jungen Familie ließ er sich in dem Städtchen der Oberlausitz nieder.

 

Zittau liegt heute im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien. Damals lag es im Schnittpunkt der beiden deutschen Provinzen Lausitz und Niederschlesien sowie dem österreichischen Böhmen. Der Ort war vor 130 Jahren eine aufstrebende Industrie- und Handelsstadt. Es zeugte von unternehmerischem Mut, dass Adolph sich dort als sechster Fotograf niederließ. Aber mit seiner erweiterten Produktpalette konnte er gut bestehen. Er bot die üblichen Portrait- und Kinder-Aufnahmen an sowie Gruppen- und Genre-Bilder, daneben „Aufnahmen von Pferden, Hunden und anderen Thiergattungen“, auch Vergrößerungen auf Webstoff und Malerleinwand. Außerdem weist Adolph in seiner Eröffnungsanzeige darauf hin, dass er „Glasbilder für den Projektionsunterricht in Schulen etc. höchst künstlerisch“ ausführt. Schließlich würden auswärtige Aufnahmen von Gütern, Landhäusern, Fabriken, Maschinen etc. gut und billig ausgeführt. Als Besonderheit weist er auf Portraits in Lebensgröße und künstlerisch gestaltete, großformatige Architektur- und Landschaftsbilder hin. Der Hauptgrund aber, warum Adolph seinen Hauptsitz nach Zittau verlegte, war die Einrichtung einer größeren Lichtdruckerei, der „1. Oberlausitzer Lichtdruck-Anstalt“. Dafür mietete er ein neu errichtetes Fabrikgebäude in der Westvorstadt an, in dem er seine Schnelldruckpressen mit Dampfmaschinenbetrieb einrichten konnte. Mit 15 Arbeitskräften an den Maschinen und im Labor ließ Adolph nicht nur Ansichtskarten drucken. Sein Schwerpunkt lag auf Kunden aus Handel und Industrie, für die er Bild-Kataloge, Musterblätter, Geschäftsbriefe und Rechnungsblätter mit künstlerisch gestalteten Bild-Briefköpfen anbot. Der Kundenstamm von Adolphs Lichtdruck-Anstalt erweiterte sich beständig auf viele europäische Länder bis hin zu Bestellungen aus China und Südamerika. Zur finanziellen Absicherung seines Unternehmens gründete er 1886 mit dem Textilfabrikanten Carl Julius Lange eine Kommanditgesellschaft. Im gleichen Jahr verkaufte er sein Atelier in Löbau an einen anderen Fotografen.

 

Alphons Adolph erweiterte ständig sein Angebot an fotografischen Motiven und Lichtdruck-Anwendungen. Es sind mehr als einhundert Bildobjekte aus Stadt und Landgebiet der Oberlausitz, die er selbst aufnahm und als Ansichtskarten verbreitete. Er machte sich auch um Reproduktionen mehrerer sächsischer Maler verdient. In seiner Lichtdruckanstalt wurden künstlerische Bildermappen wie auch Einzelbilder hergestellt. Das bekannteste ist vielleicht die Reproduktion der Radierung von dem Maler und Zeichner Ludwig Richter, der 1835 die Klosterruine auf dem Berg Oybin darstellte. 1886 prämierte eine Jury auf der Wanderversammlung des deutschen Photographenvereins Adolphs Lichtdruckerzeugnisse. Die „Photographischen Korrespondenz“ teilte mit, dass von der Zittauer Lichtdruck-Anstalt als erste Briefpapiere mit Lichtdruckvignetten kultiviert worden seien.

 

Alphons Adolph war ein Fotograf, der mit Leidenschaft und künstlerischem Anspruch sein Atelier sowie die Lichtdruck-Fabrikation betrieb. Aber anscheinend berücksichtigte er nicht genug die geschäftliche Seite seines rasch gewachsenen Unternehmens. Jedenfalls kam er im Frühjahr 1888 in Zahlungsschwierigkeiten, so dass die beiden Gesellschafter ihre Firma verkaufen mussten. Die „Erste Oberlausitzer Lichtdruck- und Photographische Kunst-Anstalt“ wurde daraufhin von einem Johann Beyer weitergeführt. Adolph nahm ein Sabbatjahr, um seine angeschlagene Gesundheit wieder herzustellen und sich neu zu orientieren. Anfang 1889 nahm er Kontakte auf mit einem Foto-Atelier in Passau, dessen Besitzer andere Pläne hatte. Daraufhin sagte er als „Photograph nebst Familie“ in einer Zittauer Zeitungsanzeige vom 1. März 1889 allen seinen „lieben Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl“.

 

Knapp zwei Monate später übernahm Alphons Adolph das Geschäft des „fürstlich Reuss’schen Hofphotographen August Ducrue“ am Kleinen Exerzierplatz 14 in Passau. Aufbauend auf dem Renommee und dem Kundenstamm seines Vorgängers, konnte der neue Geschäftsinhaber schon nach kurzer Zeit ein florierendes Unternehmen vorweisen. Adolph konzentrierte sich zunächst auf die Arbeit im Fotoatelier mit den klassischen Portrait- und Gruppenaufnahmen. Zugleich wurde er zum Chronist der Passauer Region, indem er viele gesellschaftliche Ereignisse, Städteansichten, Architekturobjekte und Landschaftsperspektiven in seinen Aufnahmen festhielt. Im Labor wurden die Bilder vielfach bearbeitet und verfeinert. Was heute mit elektronischen Programmen ein Leichtes ist, konnte schon vor hundert Jahre erreicht werden, allerdings nur mit handwerklichem und fototechnischem Geschick: Retuschieren, Weichzeichnen, Hinzufügen von Wolken, Mond und Nebelschleiern bei Landschaftsaufnahmen, Einfügen von Personen, Personengruppen oder Autos bei Städteansichten. Von einem Panoramabild der Passauer Ortsspitze mit dem Zusammenfluss von Inn, Donau und Iltz aus den 1890er Jahren fertigte Adolph in drei Jahrzehnten über hundert Variationen an, indem er mit verändertem Baumbewuchs, neueren Schiffsgenerationen oder Tag- und Nachtstimmung das Urbild auf den jeweils neuesten Stand brachte. Professionelle Fotografen wie Alphons Adolph wollten schon damals nicht mehr Abbildungstechniker sein, sondern künstlerische Gestalter eines Mediums.

 

Fotografische Ansichtskarten, deren Einführung und Verbreitung Adolph berühmt gemacht hatten, ließ er für sein Passauer Geschäft zunächst von seinem Zittauer Nachfolger Johannes Beyer herstellen. Später baute er dann doch in Passau eine eigene Ansichtskartenproduktion auf. Für den regionalen Markt in Niederbayern verwendete er vorwiegend seine eigenen Aufnahmen. Darüber hinaus benutzte er gelegentlich die Bilder fremder Fotografen als Auftraggeber für die Kompositionen seiner Bildpostkarten. Von mehreren Stellen und Personen erhielt der Passauer Fotograf Anerkennungsschreiben für seine Lichtdruckbilder – etwa von seiner „Heiligkeit Papst Leo XIII“. Stolz war Adolph auf den silbernen Verdienstorden ‚Al Merito’ von Großherzog Ferdinand IV. von Toskana in „Anerkennung seiner Leistungen auf dem Gebiet der Photographie“. Von verschiedenen Industrie- und Kunstausstellungen konnte er ebenfalls Prämierungen mit nach Hause bringen. Für die Firma Voigtländer lieferte er mehrere Großansichten von Passau für die Weltausstellung in Chikago 1893.

 

Schon in Sachsen hatte Adolph einen Verlagskatalog mit 200 damals hochgestellten Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen hergestellt. Dieses Foto-Archiv erweiterte er in Passau – auch mit regionalen Stadt- und Landaufnahmen. Somit konnte er gewünschte Ansichtskarten, Buchillustrationen, Kalender und andere Auftragsarbeiten schnell ermöglichen. Adolph hatte vor dem Ersten Weltkrieg ein dichtes Netz von internationalen Handelskontakten aufgebaut. Er lieferte seine Ansichtskarten sowie Industriebilder und –Drucke in alle europäische Länder, ins Osmanische Reich, nach Ägypten, Südafrika, nach Süd- und Nordamerika sowie China und Ostindien. Viele dieser internationalen Handelskontakte brachen durch den 1. Weltkrieg ab.

 

In dem rasant wachsenden Markt von Bildpostkarten hatten sich schon um die Jahrhundertwende sehr viele Mitbewerber etabliert. Neben den überregionalen Ansichtskartenkonzernen machten auch regionale Fotoateliers in Niederbayern dem Erfinder der Fotopostkarte Konkurrenz. So wurde seine Ansichtskartenproduktion bis auf wenige Stammkunden auf die Gegend von Passau eingeschränkt.

 

Marktanpassung bedeutete für Alphons Adolph sich auf sein fotographisches Handwerk zu konzentrieren und von dieser Basis aus neue Geschäftsfelder zu erschließen. Eine großformatige Zeitungsanzeige vor dem Ersten Weltkrieg beschreibt die ausgeweitete Produktpalette von seinem Unternehmen. Adolph annonciert seinen Betrieb als „Atelier für künstlerisch ausgeführte Portrait-Photographie“ mit der Unterzeile: „Kunst-Werkstätte für photographischen Pressendruck. Photographische Manufaktur“. Danach werden in drei Spalten die verschiedenen Geschäftsbereiche aufgeführt: „Niederlage sämmtlicher Gebrauchsartikel für Amateur-Photographie“ wie Kameras, Objektive, Vergrößerungsapparate und Utensilien aller Art, auch gebrauchte Apparate. Schließlich bot der Fotofachmann „Unterricht für Amateurs in allen Fächer der Photographie“ an. Im Mittelteil der Anzeige weist Adolph auf seine Spezialgebiete hin: Aufnahmen von „Landschaften und Architecturen, Kirchen & Interieurs, Postkarten und Briefbogen mit photographischen Ansichten aus allen Teilen der Welt, Reproduktionen von Oelgemälden“ (seine Spezialität schon aus der Zittauer Zeit); neu kam hinzu: „Eingebrannte Photographien auf Porzellanplatten zum Einlassen in Grab-Denkmähler“ sowie „Briefmarken-Photographien, gummiert und perforiert“. In der dritten Spalte werden zunächst die klassischen Sparten wie Portrait- und Gruppenfotographie aufgeführt, danach als weitere Spezialitäten: „Photographien auf Platindruck, Kupferstich-Imitationen, Photo-Aquarelle in natürlichen Farben, Erinnerungsblätter – auch in luxuriöser Ausstattung“ sowie „Magnesium-Blitzlicht-Aufnahmen“.

 

1894 wurde Alphons Adolph die Staatsangehörigkeit im Königkreich Bayern zugesprochen. Für das Bürgerrecht in der Stadt Passau musste er dagegen die damals hohe Summe von 120 Mark entrichten. Beide Rechtstitel waren Voraussetzungen dafür, dass er sich um die Ernennung zum Hoffotografen beim bayrischen Obersthofmeisterstab bewerben konnte. Adolph wusste aus seinen Erfahrungen in der Lehrzeit in Wien wie auch als Geschäftsführer im sächsischen Löbau, dass sich der Hoftitel günstig auf das geschäftliche Renommee auswirkte. 1897 wurde Alphons Adolph der 44. Träger des Titels „Königlich-bayrischer Hofphotograph“. Dreißig Jahre später honorierte auch der damalige Freistaat Bayern die Leistungen des erfinderischen und verdienten Fotografen mit dem Titel „Gewerberat“. Seinen 80. Geburtstag feierte der Jubilar im September 1933 noch in rüstiger Verfassung. Ein halbes Jahr später starb er an einem Schlaganfall.

 

Sein Geschäft hatte Alphons Adolph schon nach dem 1. Weltkrieg an seinen Sohn Georg übergeben. Der führte das Familienunternehmen erfolgreich weiter bis zum Ende des 2. Weltkriegs. In den letzten Kriegstagen kam er zur Katastrophe für das Fotohaus Adolph: Es wurde bei der sinnlosen „Verteidigung“ Passaus durch sieben Artillerietreffer weitgehend zerstört. Damit war auch das Glasfotoplattenlager vom Erfinder und Geschäftsgründer verloren, etwa 120.000 Stück aus 50 Jahren Fotografie, sowie das Bilderarchiv und alle anderen Dokumente. Die verbliebenen Fotoapparate beschlagnahmten die besetzenden Amerikaner als „wehrrelevant“ – bis auf einen Kamerakasten von 1880, den sie offenbar gar nicht als Fotogerät erkannten. Nach dem Neuanfang 1948 überließ Georg Adolph 1956 seinem Sohn Hubert das Fotogeschäft. Kinderlos verkaufte der Enkel von Alphons Adolph sein Geschäft 1990 an den Fotografen Michael Geins, dessen Sohn Peter bis heute das Passauer Fotohaus weiterführt, das einst der Westerwälder Alphons Adolph gegründete hatte.

 

Aber das eigentliche – nicht-materielle – Vermächtnis von Alphons Adolph ist seine erfinderische Einführung der „Bild-Korrespondenzkarte“. Die Foto-Postkarte war das erste Medium einer visuellen Massenkommunikation, auch weil es einfach und preiswert war. In gewissem Sinne kann man heute e-mail und Twitter als Erben der Bild-Postkarte ansehen, da mit ihnen Texte und Bilder schnell und günstig versandt werden können.

 

PS: In Marseille ist an einem Haus am vornehmen Boulevard Longchamp eine Granittafel angebracht, in die in Goldgravur eingeschrieben ist: „Ici vecut Dominique PIAZZA inventeur en 1891 de la carte postale photographique“. Auch auf den französischen wikipedia-Seiten wird die Erfindung der Fotopostkarte auf das Jahr 1891 datiert, zwölf Jahre nach Adolphs Innovation in Deutschland. Für die USA gilt George Eastman als der Erfinder der Foto-Postkarte - im Jahre 1899.

 

(Die Aussagen zum Gymnasiums- und Internatsbesuch des Schülers Adolph beruhen auf eigenen Recherchen. Alle anderen Angaben dieses Artikels sowie die beiden Fotos stammen aus dem Buch: Alphons Adolph. Erfinder der fotografischen Ansichtskarte, von Bruno M. Struif mit Beiträgen von Markus Alberth, Bern Mälzer und Hannah Streit, hgg. von der GeschichtsWerkstatt Hachenburg e. V.)

 

Hubert Hecker




Der Fotograf Alphons Adolph (Fotomontage von der Geschichtswerkstatt Hachenburg)


 
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