Startseite
 

 


Unsere Schule
Übersicht
Bautätigkeit 04/07
Fürst Johann Ludwig
Aktuelle Nachrichten
Presse
Förderverein
Sozialarbeit
Bilder
NZF
Schulleitungen

Kontakt

Termine/Service

Fächer

Klassen/Oberstufe

Projekte

AGs

Mittagsbetreuung

Schülervertretung

Schulelternbeirat

Kollegiumsseite

Verein der Ehemaligen

Links

Seitenübersicht

FJLS-Interaktiv

Startseite Suchen

Sie befinden sich hier: Start >Unsere Schule >Aktuelle Nachrichten >Schuljahr 2013-2014 >31.01.2014 Gefahren im Netz für Jugendliche und Kinder >

31.01.2014 Gefahren im Netz für Jugendliche und Kinder


 

Unter diesem Thema hatte Matthias Zimmermann, der Präventionsbeauftragte der Fürst-Johann-Ludwig-Schule, Ende Januar Polizeihauptkommissarin Katja Leischner zu einem Informationsabend für die Eltern der Jahrgänge 6 und 7 in die Aula eingeladen. Frau Leischner, als Jugend- und Opferschutzkoordinatorin bei der Polizeidirektion Limburg-Weilburg ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet, konfrontierte in ihrem Präsentationsvortrag die ca. 70 anwesenden Eltern mit unangenehmen Wahrheiten über das Netz und seine Gefahren für Jugendliche.

 

Die Diskrepanz zwischen den Netzaktivitäten Jugendlicher und dem Wissen ihrer Eltern darüber sei gewaltig, zitierte Leischner die Ergebnisse der JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest: Während 80% der Eltern die Computer- und Handy-Nutzung ihrer Kinder für unproblematisch halten, geben 80% der 12-19jährigen an, dass ihre Eltern keine Ahnung haben, was sie dort treiben. Jugendliche dieses Alters sind durchschnittlich drei Stunden täglich online, über 80% von ihnen verfügen über ein Konto bei einem sozialen Netzwerk wie Facebook, stehen darüber in virtuellem Kontakt mit 290 „Freunden“ oder nutzen Instant-Messenger-Dienste wie WhatsApp.

 

Dass es sich bei modernen Smartphones um netzfähige Multimedia-Computer mit unbeschränkten Kommunikationsfunktionen in Text, Bild und Sprache handele, sei vielen Eltern noch nicht bewusst, die naiverweise in erster Linie an die Telefonfunktion dieser Geräte dächten, betonte Leischner. Immer wieder hob sie hervor, wie wichtig es sei, dass Eltern mit ihren Kindern über deren Medienkonsum sprechen, sich über ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken informieren und sie auf die dabei möglichen Gefahren hinweisen, die zahlreich sind: Viele Jugendliche geben bei der Registrierung bedenkenlos personenbezogene Daten preis und räumen den Betreibern weitgehende Rechte für deren Verwertung ein. Facebook frage 90 personenbezogene Daten ab gegenüber 49 auf dem Erfassungsbogen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR. „Jedes zweite Profil ist vor öffentlichen Zugriffen nicht geschützt, weil die Privatsphäreneinstellungen nur unzureichend oder gar nicht genutzt werden. Allerdings sind für ihre vollständige Aktivierung 170 Mausklicks notwendig, eine Aufgabe“, wie Leischner einräumte, „der sich kaum ein Konsument freiwillig unterzieht.“

 

Peinliche Fotos von feucht-fröhlichen Partys oder markige Sprüche, die auf diese Weise ins Netz gelangen, sind nie wieder rückholbar; auch das Löschen eines Profils ändert daran nichts. Noch nach Jahren werden junge Leute, so Leischner, bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz plötzlich mit ihren Jugendsünden konfrontiert.

 

Bisweilen sind die Folgen noch gravierender. So tauschen beim „Sexting“, einem Kunstwort aus „sex“ und „texting“, junge Leute freiwillig selbst angefertigte Nacktfotos über das Netz aus, sei es um zu flirten, sei es aus Neugier oder Gruppendruck. Leischner berichtete in diesem Zusammenhang von der jungen Kanadiern Amanda Todd, die im Alter von 12 Jahren einem anonymen Chat-Partner ein Nacktfoto von sich über das Netz zugesendet hatte. Als ihr Foto auf verschiedenen Plattformen auftauchte, wollte niemand mehr etwas mit ihr zu tun haben. Ihr gesamtes soziales Umfeld wandte sich von ihr ab. Auch Umzüge und Schulwechsel halfen nichts. „Ich kann das Foto nie zurückholen. Es wird immer irgendwo da draußen sein“, lautete ihr letzter Hilferuf, den sie, auf einen Zettel geschrieben, in die Web-Kamera hielt und ins Netz stellte. Kurz vor ihrem 16. Geburtstag nahm sie sich das Leben.

 

Auch wenn solche Extrembeispiele von „Cyber-Mobbing“ nicht die Regel sind, kann bedenkenloses Surfen und Kommunizieren schnell zu einer strafbaren Handlung führen. Strafbar sind das Herunterladen, die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung von „harter“ Pornografie (Tier-, Kinder- und Gewaltpornographie), von „Tasteless“-Darstellungen (Nahaufnahmen von toten, verletzten oder verunstalteten Menschen) oder „Snuff“-Videos (Misshandlungen, Demütigungen, Tötungen), informierte Leischner unter Hinweis auf die einschlägigen Strafrechtsnormen. Schon das Weiterleiten eines Links auf derartige Inhalte oder das Signalisieren einer Zustimmung stellen eine Straftat dar, an die sich in der Regel kostspielige Entschädigungs- und Schmerzensgeldzahlungen anschließen, wenn die Opfer dagegen gerichtlich vorgehen.

 

Von ihrem Vorschlag, Smartphones in der Schule generell zu verbieten, konnte Leischner nicht alle Teilnehmer überzeugen. Schon allein die Überwachung eines solchen Verbots stelle die Schule, wie Schulleiter Peter Laux in der anschließenden Diskussion bemerkte, vor kaum leistbare organisatorische Herausforderungen. Umso eindringlicher bleibt die Aufforderung an alle Beteiligten, Eltern wie Lehrer, für das Verhalten im Internet verbindliche Regeln zu formulieren und auf deren Einhaltung bei den eigenen Kindern bzw. Schülern zu achten.

(Nhf)


 
Übersicht: Aktuelle Berichte
Schuljahr 2017-2018

Schuljahr 2016-2017

Schuljahr 2015-2016

Schuljahr 2014-2015

Schuljahr 2013-2014

Schuljahr 2012-2013

Schuljahr 2011-2012

Schuljahr 2010-2011

Schuljahr 2009-2010

Schuljahr 2008-2009

Schuljahr 2007-2008


[zum Seitenanfang]
Impressum · Kontakt · webmaster
Copyright Fürst-Johann-Ludwig-Schule Hadamar
[zurück]