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13.09.2013 Den Euro zu schnell eingeführt


 

 

Wirtschaftswissenschaftler Max Otte sprach vor 240 Schülern über die Schuldenkrise in Europa

 

Er hat die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre vorausgesagt, warnt vor ungezügeltem Schuldenmachen und hält einen Euro-Austritt Griechenlands keineswegs für eine Katastrophe. An der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar hat der Wirtschaftswissenschaftler Max Otte jetzt dafür geworben, dass die Finanzwirtschaft und nicht die Allgemeinheit für Fehlspekulationen geradesteht.

 

Hadamar-Niederhadamar. Ein Investmentberater, für den es Wichtigeres als Geldverdienen um jeden Preis gibt, der eine Finanztransaktionssteuer sowie höhere Steuern auf Kapitaleinkünfte fordert und der vor zu viel Privatisierung warnt: Diese unerwartete Kombination aus Beruf und Meinung erlebten rund 240 Schüler der Fürst-Johann-Ludwig-Schule.

 

Ihr Besucher war Max Otte, unabhängiger Fondsmanager und Wirtschaftsprofessor, vor allem aber bekannt als Autor des Buches „Der Crash kommt“, mit dem er bereits 2006 die umfassende Wirtschaftskrise voraussagte, die sich im darauf folgenden Jahr vom teilweisen Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes über Bankencrashs bis hin zur derzeitigen Staatsschuldenkrise entwickelte.

 

Für Max Otte sind die Zusammenhänge klar: „Die Staatsschuldenkrise ist eine Folge davon, dass wir Teile der Finanzwirtschaft gerettet haben.“ Seit 2009 explodierten die Staatsschulden, weil Banken vorher durch unmoralische Geschäfte Geld verzockt hätten. Dabei sei es keineswegs verwerflich, Geld zu verleihen und für Staaten sowie für die private Wirtschaft auch vollkommen in Ordnung, Schulden aufzunehmen, um damit sinnvolle Investitionen zu tätigen. Nur gelte das nicht unbegrenzt. „In den letzten Jahren sind die Regeln der Finanzwirtschaft so verändert worden, dass die Schulden explodieren“, bemängelte Otte. Viele der vergebenen Kredite und aufgelegten Finanzprodukte seien einfach nicht mehr werthaltig. Das gelte für die Spekulationen mit Derivaten, die inzwischen weltweit in etwa das 50-fache der Realwirtschaft ausmachten, und auch für das Vorgehen von US-Banken, die Immobilienkredite sogar an Slumbewohner vergeben hätten, die das Geld niemals zurückzahlen konnten.

 

Dennoch lobte Max Otte die ersten Notmaßnahmen im Jahr 2008, als die Staaten gewaltige Summen in die Weltwirtschaft gepumpt und so den Kollaps verhindert hätten. Allerdings habe sich seitdem trotz großer Ankündigungen nichts verändert. Eine Finanztransaktionssteuer und Regulierungen für Finanzprodukte seien ebenso nötig wie eine höhere Eigenkapitalquote. „Wenn eine Bank nur zwei Prozent Eigenkapital hat, dann kann sie überhaupt nicht ausreichend haften, wenn sie sich verspekuliert“, kritisierte Otte.

 

„Finanz-Oligarchie“

 

Diese Sicherungen würden aber von einer „Finanz-Oligarchie“ verhindert, die sich aus Investmentbankern rekrutiere und sich als Politikberater, Finanzminister und Zentralbankdirektoren überall wiederfinde. Genau diese Investmentbanker hätten auch die Finanzprodukte konstruiert, mit denen Griechenland sich in die Eurozone geschmuggelt habe, was heute zu den bekannten Problemen in Europa führe.

 

Für Max Otte ist es keine Schreckensvorstellung, dass Griechenland die Eurozone verlässt. „Das Land könnte zur Drachme zurückkehren, deutlich abwerten und wäre dann irgendwann wieder konkurrenzfähig“, skizzierte er seine Vorstellung. Dabei seien Finanzhilfen der übrigen Eurostaaten durchaus sinnvoll. Dieses Geld solle aber in die Realwirtschaft und nicht wie heute an die Banken fließen. Diese Banken seien ohnehin vor allem in der Hand einer kleinen griechischen Oberschicht. Durch die bisherigen Hilfspakete würden deren Vermögen geschützt, während die Arbeitslosigkeit wachse, die Mittelschicht verarme und immer mehr öffentliche Leistungen gestrichen würden.

 

Der Wirtschaftswissenschaftler forderte dagegen, dass diejenigen, die hochgradig riskant spekulieren, am Ende selbst die Verluste tragen und sie nicht auf die Allgemeinheit abwälzen. Entschieden trat Otte Schreckensvorstellungen entgegen, dass ein Austritt Griechenlands und vielleicht auch Spaniens und Portugals ein Ende des Euros oder gar Krieg bedeuten würde.

 

Schließlich mache Griechenland gerade einmal zwei Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Außerdem gebe es zehn EU-Länder, denen es auch ohne Euro mehrheitlich sehr gut gehe. Ein kompletter Zusammenbruch des Euro werde nicht die Folgen bis hin zu einem Krieg haben, die immer wieder an die Wand gemalt würden.

 

„Schließlich war es in den Jahrzehnten vor dem Euro zumindest in Westeuropa sehr friedlich“, sagte Max Otte. Insgesamt sei der Euro zu voreilig in zu unterschiedlichen Ländern eingeführt worden.

 

Die immer wieder geforderte Rückkehr zur D-Mark sei „ökonomisch vorstellbar, politisch aber zu gewagt“. In Deutschland würde dieser Schritt zwar eine erhebliche Wirtschaftskrise und steigende Arbeitslosigkeit auslösen, nach einigen Jahren aber vermutlich verkraftet sein. Allerdings warnte Max Otte vor einer schweren Belastung des politischen Verhältnisses, vor allem zwischen Deutschland und Frankreich, falls Deutschland aus der Eurozone austreten würde.

 

Schließlich wurde der Wirtschaftswissenschaftler kulturtheoretisch. Ihm gehe die soziale Marktwirtschaft gegenüber den aus den USA stammenden Vorstellungen einer rücksichtslosen Gewinnsteigerung und Privatisierung zu sehr ins Hintertreffen.

 

„Der öffentliche Raum und das Gemeinwohl werden zurückgedrängt. Zunehmend werden sogar Schul- und Universitätsbildung und Gesundheitsvorsorge von Geld abhängig“, sagte Otte. Eine kleine Schicht sehr reicher Menschen profitierte von diesen Privatisierungen und entwickelten sich zu einem neuen Geldadel, von dem die übrigen, wie die Leibeigenen im Mittelalter, immer abhängiger würden. Das könne er nicht akzeptieren. „Ich glaube, anders als die meisten Ökonomen, dass es ein erhaltenswertes Gemeinwohl gibt.“

(vt)




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)






 
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