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10.05.2012 Einblicke in den Knast

 

Der Bestseller des Oberzeuzheimer Gefängnisarztes und „Tatort“-Pathologen Joe Bausch

 

Millionen Fernsehzuschauer kennen den Oberzeuzheimer Joe Bausch als Gerichtsmediziner im WDR-"Tatort" – Zehntausende haben schon sein erstes Buch "Knast" gekauft.

 

Von Robin Klöppel

 

Hadamar. Im Knast ist (fast) keiner gerne. Zu den wenigen Ausnahmen gehört Dr. Hermann-Joseph Bausch-Hölterhoff. Der 59-jährige Oberzeuzheimer ist nicht nur "Tatort"-Pathologe, sondern seit 25 Jahren Chef-Gefängnisarzt im nordrhein-westfälischen Werl. Über seine Arbeit dort hat der in Ellar geborene Landwirtssohn ein Buch geschrieben: ein detaillierter Rückblick auf 25 Jahre Alltag hinter Gittern.

 

Sein erstes Werk "Knast" steht seit Wochen unter den Top Ten in der SPIEGEL-Bestsellerliste. "Wir lassen die dritte Auflage drucken", verrät der Autor im Gespräch mit der NNP.

 

Sein Haus als Rückzugsmöglichkeit in Oberzeuzheim sieht der Mediziner derzeit nur selten. Kürzlich nach einer Lesung in Mainz war er wieder mal dort, um nach dem Rechten zu schauen. "Ich freue mich immer, alte Bekannte wiederzusehen", sagt Bausch. Natürlich werde er auf der Straße und in der Kneipe auf seine "Tatort"-Rolle angesprochen. Nach den Sendungen bekomme er immer mal wieder Post und Einladungen von alten Hadamarer Schulkollegen, die er aber wegen seiner beruflichen Doppelbelastung in der Regel nicht annehmen könne.

 

Derzeit ist er auf Lesereise quer durch Deutschland, auch Auftritte in diversen Fernsehtalkshows standen und stehen an. "Der Hadamarer Bürgermeister hat auch angerufen und mir gratuliert. Ich denke, ich werde im Herbst in Hadamar eine Lesung machen", sagt Bausch. Vorher ist der Terminkalender proppenvoll.

 

Ob der Riesenerfolg seines Erstlingswerkes eine Überraschung für ihn ist? "Nein", sagt er selbstbewusst: "Da die Menschen da draußen mein Gesicht kennen, haben wir uns schon gedacht, dass es gut verkauft werden könnte".

 

Harter Alltag

 

Denn Bausch-Hölterhoff ist nicht irgendein Mediziner, er ist unter dem Künstlernamen Joe Bausch Millionen "Tatort"-Fans seit Jahren aus den Kölner Folgen in der Rolle des Gerichtsmediziners "Dr. Joseph Roth" sowie aus weiteren Filmen bekannt. In "Knast" schildert er seine Arbeit in Werl, die bislang auch von mehr als 50 Suiziden, Selbstverstümmelungen, Gewalt und Erpressung geprägt war.

 

Schon als Kind hat ihn die bunte Filmwelt begeistert, auch wenn der Vater gerne gesehen hätte, dass er die Familientradition fortsetzt und Landwirt wird. Nach dem Abitur an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar studierte Joe Bausch zunächst Politik, Germanistik und Theaterwissenschaft, dann Jura, doch alles war für ihn nicht das Richtige. Um sich trotzdem noch eine sichere Existenz aufzubauen, riss er sich zusammen und schloss doch noch ein Studium ab.

 

Dass er über die Zentrale Studienplatzvergabestelle zufällig einen Studienplatz für Medizin in Bochum erhielt, erwies sich als Glücksfall. Dort lernte er den Regisseur Peter Zadek kennen und war kurze Zeit später – unbemerkt vom konservativen Elternhaus – fester Bestandteil der Künstlerszene im Pott. Nachdem Bausch 1984 seinen ersten Schimanski-Krimi abgedreht hatte und dabei war, sich in der Fernsehwelt zu etablieren, war es für ihn schwer, sich zwischen dem sicheren Arztberuf und dem spannender wirkenden, aber unberechenbaren Schauspielerberuf zu entscheiden.

 

Das Angebot, Gefängnisarzt zu werden, erwies sich als weiterer Glücksfall. Denn dadurch kann Bausch seit vielen Jahren Mediziner und Schauspieler sein. In Werl finden sie es nämlich gut, einen solch bekannten Künstler als Arzt zu haben, so dass Bausch ("Eigentlich sollte das im Knast nur für eine zweijährige Übergangszeit sein") keine Probleme hat, für Dreharbeiten freigestellt zu werden. Ganz auf die Schauspielerei setzen möchte er trotz aktuell genügend Angeboten nicht.

 

Sechs Jahre im Knast hat er noch vor sich. Danach zieht der Westerwälder vielleicht wieder ins Nassauer Land, wo der Bruder, Neffen und Nichten nach wie vor leben. "Das kann ich mir durchaus vorstellen", sagt der Arzt.

 

Derzeit hat er aber erst einmal seine Künstlerlaufbahn und das Buch im Fokus, das er selbst geschrieben hat. "Ich habe ja vorher schon Drehbücher geschrieben, so dass das keine ganz neue Erfahrung war", berichtet er. Die im Buch geschilderten Fälle sind nach seinen Angaben "alle vom Prinzip her echt", auch wenn sie teilweise etwas vermischt und Namen geändert sind, um den Datenschutz seiner Patienten zu wahren.

 

Bausch weiß, dass es die Menschen sehr interessiert, was in dieser fremden Gefängniswelt passiert. Er habe in Werl mit harten Jungs zu tun, die als Bankräuber, Vergewaltiger oder Mörder für viele Jahre verurteilt seien. Wenn der Hadamarer im Knast mal wieder eine heikle Situation zu überstehen hat, dann sieht er das einfach als Teil einer Rolle. "Ich sehe das sportlich, wenn mich beispielsweise jemand anzeigt, weil er an jemandem sein Mütchen kühlen will", sagt er. Für die Insassen sei es schließlich kein einfaches Leben, für Jahre weggesperrt zu sein.

 

Nur einmal ist er im Gefängnis tätlich angegriffen worden: "Ich bin ein großer und kräftiger Kerl und kann mich durchaus wehren", erläutert Bausch. Zu vielen Häftlingen pflege er eine normale Arzt-Patient-Beziehung, mehr jedoch nie. Zuviel Nähe sei bei keineswegs harmlosen Zeitgenossen einfach nicht gut.

 

Als Bausch wochenlang anonym telefonisch bedroht wurde, hatte er schon Angst um seine Familie. Zum Glück erwiesen sich die bösen Worte aber nur als heiße Luft. Einmal ist ihm auf der Straße ein betrunkener Ex-Knacki begegnet, der ihm mit einer zerbrochenen Glasflasche in der Hand drohte. Wirklich passiert ist Joe Bausch bis heute nichts. Dass dazu neben Erfahrung, Köpfchen und Muskeln genauso etwas Glück gehört, hat er 1992 erlebt. Bei einer bundesweit in die Schlagzeilen gekommenen Geiselnahme in seinem Knast wurden zwei von Bauschs Kollegen angezündet und wären fast gestorben.

 

In solchen Momenten ist dann schnell erkennbar, dass Morde im Fernsehen und im realen Leben dann doch zwei völlig verschiedene Schuhe sind. "Man darf nicht ängstlich sein, sich nicht von den Häftlingen den Schneid abkaufen lassen", lautet Bauschs Erfolgsgeheimnis. Schauspieler liebten Dramatik.

 

Die Beziehung zu seiner Hadamarer Heimat werde er aber nie aufgeben, sagt Joe Bausch. Sie gebe ihm auch in gewisser Weise für sein spannendes Leben Kraft.




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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