Startseite
 

 


Unsere Schule
Übersicht
Bautätigkeit 04/07
Fürst Johann Ludwig
Aktuelle Nachrichten
Presse
Förderverein
Sozialarbeit
Bilder
NZF
Schulleitungen

Kontakt

Termine/Service

Fächer

Klassen/Oberstufe

Projekte

AGs

Mittagsbetreuung

Schülervertretung

Schulelternbeirat

Kollegiumsseite

Verein der Ehemaligen

Links

Seitenübersicht

FJLS-Interaktiv

Startseite Suchen

Sie befinden sich hier: Start >Unsere Schule >Presse >Schuljahr 2011/12 >16.02.2012 Die Jugend ist anders >

16.02.2012 Die Jugend ist anders

 

Schulsozialarbeiter Paul Stegemann: Das Leben trennt nicht zwischen Schule und Freizeit

 

Dass es mit der Jugend bergab geht, hat schon der griechische Philosoph Sokrates vorhergesagt. Für Paul Stegemann ist die Jugend von heute nicht schlechter oder besser als die von früher, sie ist nur anders.

 

Von Johannes Laubach

 

Limburg-Weilburg. Warum Schulsozialarbeit? Paul Stegemann kann dafür eine ganze Reihe von Gründen nennen: Schule und Freizeit sind nicht mehr voneinander zu trennen und inzwischen eng miteinander verwachsen; die Lehrkräfte sollen sich vor allem um das Lernen und die Vermittlung von Wissen kümmern, Schule jedoch hat heute deutlich mehr Aufgaben zu übernehmen; und da die Eltern vielfach ihre Erziehungsarbeit der Allgemeinheit übertragen haben, fällt sie auch in den Bereich Schule.

 

Ein weites Feld also, in dem sich Stegemann tummelt. Der 52-Jährige ist Diplomsozialarbeiter, Schulmediator und Antiaggressionstrainer und seit Beginn der Schulsozialarbeit an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule und für die Stadt Hadamar aktiv. Und während die Politik unter dem "Hadamarer Modell" vor allem den finanziellen Aspekt betont (Aufteilung der Kosten auf Stadt, Kreis und Förderverein), steht für Stegemann vor allem die Pädagogik für das Modell. Für ihn heißt dies: Die Schule ist Dreh- und Angelpunkt der Jugendarbeit in der Stadt. 80 Prozent aller Kontakte zu den Jugendlichen seien über die Schule aufgebaut worden.

 

"Wir machen keine Aufsicht, wir betreuen", sagt er über seine Arbeit nach der Schule am Nachmittag in den Einrichtungen der Stadt für die Jugendlichen. Und ganz klar: Was Jugendliche morgens in der Schule zu einem Gespräch mit Stegemann bewegt, das beschäftigt sie auch am Nachmittag oder Abend. Das Leben trennt eben nicht in Schule und Freizeit.

 

Cyber-Mobbing endet schließlich auch nicht damit, dass die Betroffenen, also die, über die im Internet mit Spott und Häme hergezogen wird, ihren Laptop oder Computer ausstellen. Doch es geht nicht nur ums Internet und die Form der Kommunikation. "Alkohol ist als Thema stark geworden", so die Beobachtung des Sozialarbeiters. Für diese Erkenntnis braucht er keine wissenschaftliche Studien, er erlebt es in seiner Arbeit immer wieder.

 

"Die Jugend ist nicht schlechter geworden, sie ist anders geworden", sagt Stegemann. Anders, weil sich auch die Welt um sie herum ändert. Kommuniziert wird viel über das Netz, Kommunikation besteht damit nicht mehr aus sehen, hören, sprechen, Eindrücke sammeln. Kommunikation geht heute oft anders. Aber Stegemann erlebt aktuell auch, wie die Angebote für die Jugend in Hadamar wieder stärker angenommen werden. "Die face-to-face-Begegnung wird wieder wichtig", sagt er. Sich am Kicker oder am Billardtisch zu begegnen, das hat plötzlich wieder einen Reiz.

 

Gesellschaft im Umbruch

 

Nicht nur die Jugend hat sich geändert, die ganze Gesellschaft ändert sich. Die Erziehung in der Familie ist häufiger nicht mehr in der Form möglich, wie es sie in der Vergangenheit gab, einfach weil Familien in ihrer Zusammensetzung nicht mehr so stabil sind. Schulsozialarbeit, das bedeutet für Stegemann auch zu helfen, die Rolle in der Gesellschaft zu finden.

 

Vor allem für die männlichen Jugendlichen sei dies schwierig. Väter fehlten häufig in der familiären Erziehung und die Erziehung des Staats setze im Kindergarten und in den ersten Schuljahren vor allem auf Frauen. "Die Männerrolle bleibt unbesetzt", sagt Stegemann. Das führt vor allem dann zu Konflikten, wenn Jugendliche sich in oder nach der Pubertät reiben und messen wollten. Reibungspunkte bieten, das ist deshalb auch eine wichtige Aufgabe für Stegemann.

 

Dabei gelte es für alle Beteiligten, die Regeln einzuhalten. "Verlässlichkeit und Fairplay" nennt der Schulsozialarbeiter dabei als wichtigste Kriterien. Das seien zwei Kriterien, die alle Jugendlichen einforderten, die auch von allen klar verstanden würden. Und ganz klar auch, dass Verlässlichkeit und Fairplay keine Einbahnstraßen sind, sondern für alle gelten. Für ihn als Sozialarbeiter, für die Jugendlichen, die den Kontakt zu ihm suchen.

 

Jugendliche begleiten

 

"Unsere Hauptaufgabe besteht darin, Netzwerke zu anderen Hilfsangeboten aufzubauen und zu nutzen", sagt er. An einer Schule mit 1800 Schülerinnen und Schülern kann er sich nicht um alles und jedes kümmern, aber er kann Wege aufzeigen, wo es weitergehende Hilfe gibt. Sein großer Vorteil: Er ist jeden Tag an der Schule, er kann eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen, kann Warnsignale aufnehmen, sie einschätzen und damit die Weichen für weitere Wege stellen.

 

"Die Lehrer sagen, dass sie einen anderen Blickwinkel auf die Schule bekommen haben", sagt Stegemann über seine mehr als zehnjährige Arbeit. Gerade beim Umgang mit Schulverweigerern oder Dauerstörern im Unterricht seien neue Wege beschritten worden. "Die unterschiedlichen Professionen zusammenbringen, um den Jugendlichen Ansprechpartner zu sein und sie auf einem wichtigen Stück ihres Lebens begleiten zu können", das ist für ihn das Ziel eines gemeinsamen Wirkens aller Beteiligten an der Schule.

 

Dass die Politik – zumindest auf Kreisebene – die Dringlichkeit erkannt hat, Schulen konsequent in die Sozialarbeit einzubeziehen, sei ein deutliches Zeichen dafür, dass es einen weiteren Partner gebe. Für die Schulsozialarbeit in Hadamar heißt dies, dass auch die Grundschulen mit einbezogen werden. Als das Hadamarer Modell vor rund zehn Jahren startete, ging es um Jugendliche von einem pubertierenden Alter an. Die Zeiten ändern sich. (jl)




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
Presseberichte FJLS
Schuljahr 2016/17

Schuljahr 2015/16

Schuljahr 2014/15

Schuljahr 2013/14

Schuljahr 2012/13
16 Meldungen

Schuljahr 2011/12
12 Meldungen

Schuljahr 2010/11
16 Meldungen

Schuljahr 2009/10
32 Meldungen

Schuljahr 2008/09
36 Meldungen

Schuljahr 2007/08
48 Meldungen

Schuljahr 2006/07
72 Meldungen

Schuljahr 2005/06
83 Meldungen

Schuljahr 2004/05
89 Meldungen

Schuljahr 2003/04
68 Meldungen

Schuljahr 2002/03
39 Meldungen

Schuljahr 2001/02
41 Meldungen


[zum Seitenanfang]
Impressum · Kontakt · webmaster
Copyright Fürst-Johann-Ludwig-Schule Hadamar
[zurück]