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Sie befinden sich hier: Start >Unsere Schule >Presse >Schuljahr 2010/11 >16.10.2010 Der Weg ist nicht das Ziel >

16.10.2010 Der Weg ist nicht das Ziel

 

Tobias Arthen war 99 Tage auf dem Jakobsweg unterwegs

 

 Noch etwas erleben, bevor es ins Studium geht, wollte Tobias Arthen. «Eine geistreiche Sache», sagt er. Deshalb hat er sich auf den Jakobsweg gemacht. Zu erzählen hat er seitdem viel – auch, dass der Weg eben nicht das Ziel ist.

 

Waldbrunn-Ellar. 17 Kilo war der Rucksack schwer, als Tobias Arthen am Maifeiertag das Elternhaus am Ortsrand von Ellar gen Südwesten verließ. 17 Kilo, die ihn begleiten sollten nach Santiago de Compostela. 2600 Kilometer in 99 Tagen standen an, an Rhein und Mosel entlang, durch Frankreich und Spanien. Ein gehöriger Tapetenwechsel, nachdem, was der junge Mann zuvor gemacht hat.

 

Arthen, 20 Jahre alt, groß gewachsen und von sympathischem Wesen, erzählt: «Nach dem Abitur an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule bin ich in Hadamar geblieben, als Zivi im musischen Internat.» Viele Schulkameraden seien da schon weg von zu Hause, als Au-pair oder auf Reisen, nach Australien und Neuseeland. Der Zivildienst konnte da nicht mithalten.

 

«Geschichten erzählen konnte ich nicht», denkt Arthen zurück, wenn er sich mit seinen Kameraden vergleicht. Da kam ihm der Jakobsweg in den Sinn. Denn den hatte er schon einmal etappenweise in den Pyrenäen erwandert. «Da war der Wunsch da, den Weg zu komplettieren», erzählt er von seiner Motivation. Das Ganzheitliche spielte von vornherein eine große Rolle. Deswegen auch der Start daheim: «Der Weg beginnt an der eigenen Haustür», erklärt Arthen. Als die Mutter wusste, dass an der Entscheidung des Sohnemanns nichts zu machen war, habe sie den Plan unterstützt. Viele schöne Gegenden hat Arthen gesehen, besonders Rocamadour im Südwesten Frankreichs sei toll. Aufmunterung bei schlechtem Wetter und Einsamkeit brachten die SMS-Nachrichten von Freundin Corinna, der mächtige, mit einer Eisenspitze bewehrte Pilgerstab gab Halt. «Und er war manchmal hilfreich gegen Hunde und einmal gegen eine Schlange», sagt Arthen. Ansonsten hat der junge Pilger den Weg gut überstanden. Nur zwei Blasen hat er sich gelaufen, nur einmal Schmerzen im Fuß, ein eingeklemmter Nerv.

 

Viel gegessen

 

Überhaupt hat er die monatelangen Strapazen gut weggesteckt. «Obwohl ich untrainiert losgelaufen bin», sagt er. Pilgern macht natürlich hungrig. Sein ganzes Leben habe er nie so viel gegessen, wie auf dem Jakobsweg, sagt Arthen und lacht. Dann zählt er vier Sorten Brot, Käse, Müsliriegel, Salami und Nüsse auf und ergänzt, dass der Rucksack aber nicht nur deshalb mindestens fünf Kilo schwerer war, als die meisten Pilgerführer raten. Viel Gepäck hat er im Laufe der Zeit trotzdem nach Hause geschickt. Das vielleicht Schönste im Pilgerleben: «Die Mitpilger kennenlernen», sagt Arthen. Der gemeinsame Weg verbinde, man könne einander gut die eigene Geschichte anvertrauen. «Ein Franziskanerbruder war vielleicht der interessanteste Weggefährte», meint Arthen. Ein sehr spiritueller Mensch sei das gewesen, der ihn beinahe überzeugt hätte, dass beim Pilgern der Weg das Ziel sei. Aber eben nur beinahe, denn: «Ohne Ziel könnte man auch nach Moskau laufen», formuliert es Arthen. Das unterscheide den Pilger vom Vagabunden. Gerade weil das Ziel ihm so wichtig ist, war er von Santiago de Compostela dann enttäuscht. «Ein bisschen dürftig als Ziel einer so langen Reise», sei die Stadt. Viel Trubel, Massenabfertigung und kein gebührender Empfang. Deshalb lief er auch noch weiter, bis ans «Kap Finisterre» an der Westküste Spaniens. Dass die Reise hier wirklich zu Ende ist, habe er sofort gemerkt, erinnert sich Arthen. Ein großes Glück habe er dort verspürt, denn: «Das war auch im Kopf das Ziel.» Der Jakobsweg war von da an Geschichte. Jetzt ist der lange Pilger-Bart wieder ab und das Psychologie-Studium in Freiburg steht an. Weg von zu Hause, der Weg in die Eigenständigkeit. Ob das Pilgern eine gute Vorbereitung darauf war? «Ich habe gezeigt, dass ich im Leben zurechtkomme», meint Arthen. Alle Erinnerungen an den Jakobsweg liegen in einer großen Kiste. Seine vier Pilgerpässe mit den vielen Stempeln, sein Pilgerstab. Die Kiste kann er hervorholen, wann immer er erzählen will von seiner Wanderung. Zu erzählen hat er jetzt bestimmt genug. alh




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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