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24.08.2009 Krimi-Charakterkopf aus Oberzeuzheim

 

Joe Bausch hat eine feste Nebenrolle im „Tatort“ Ein wechselvoller Lebensweg führte ihn zum Film

 

 

Von Robin Klöppel

 

Millionen kennen sein markantes Gesicht: Joe Bausch hat sich in der Rolle des «Tatort»-Gerichtsmediziners einen Namen gemacht. Was wenige wissen: Der Schauspieler stammt aus Oberzeuzheim.

 

 

Hadamar-Oberzeuzheim. «Mit ruhiger Hand» heißt der Kölner «Tatort», der am vergangenen Sonntag gesendet wurde. Die ruhige Hand am Seziertisch der Leiche gehört einem in Ellar geborenen Oberzeuzheimer: Hermann-Joseph Bausch-Hölterhoff, als Künstler kurz «Joe Bausch». Keiner im Dorf hätte dem Landwirtssohn als Kind wohl zugetraut, dass er einmal in 50 «Tatort»-Folgen mitwirken würde. Doch seine Rolle als «Dr. Joseph Roth» an der Seite der Kommissare Klaus Behrendt und Dietmar Bär ist mittlerweile längst zur Dauereinrichtung geworden.

 

Mediziner auch im echten Leben

Seinen ersten «Tatort»-Gastauftritt hatte Bausch 1984 im «Schimanski»-Klassiker «Zahn um Zahn» als fieser Fremdenlegionär. Der 56-Jährige könnte von seinen Einnahmen als Schauspieler also sicher gut leben. Doch Bausch ist ein Wanderer zwischen den Welten, als Mediziner noch Arzt in den Justizvollzugsanstalten Marl und Hamm sowie im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg. Dieser Umweg zum eigentlichen Ziel, Künstler zu werden, hatte nach dem Abitur an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule Hadamar mit schlechten Erfahrungen im Studium zu tun. Neben Politik und Germanistik hatte sich Bausch in Köln für Theaterwissenschaften eingeschrieben. «Doch mit Theater spielen hatte das wirklich wenig zu tun», erkannte er frustriert und brach das erste Studium ab. Weil man ihm sagte, Juristen können alles werden, war Jura der nächste Versuch. Doch auch die trockenen Paragrafen konnten den Oberzeuzheimer nicht wirklich faszinieren.

 

Sein großes Glück war, dass die nächste Wahl dann Medizin war und er zufällig über die zentrale Studienplatzvergabestelle in Bochum landete. Dort kam Joe Bausch mit der Künstlerszene des Ruhrgebiets in Kontakt, mit Regisseur Peter Zadek. Anfang der 80er Jahre machte die Truppe unter dem Namen «Theaterpathologisches Institut» mit provokanten Inszenierungen im «Pott» auf sich aufmerksam. Unter Bauschs Kollegen waren zu dieser Zeit noch völlig unbekannte junge Männer namens Helge Schneider und Ingo Naujoks. Für Bausch eine gute Gelegenheit, sich sein Studium zu finanzieren und natürlich unbemerkt vom konservativen Elternhaus seiner geheimen Leidenschaft in einer «anderen Welt» zu frönen.

 

Anfänge bei Zadeks Theaterrebellen

Erste Inszenierung mit Bausch war «Mister Buffo» von Daniel Fo. Nach seinem Physikum war der Oberzeuzheimer fast mehr Schauspieler als Student. «Wir spielten drei bis vier mal die Woche von Flensburg bis München», erinnert er sich. Gegen Ende des Studiums, das Bausch unbedingt abschließen wollte, um wenigstens «etwas Ordentliches vorweisen zu können», war es eine schwere Entscheidung, den weiteren beruflichen Weg festzulegen. «Das Fernsehen war da schon auf mich aufmerksam geworden, ich hatte unter anderem in fünf «Fahnder»-Folgen mitgespielt, war auch beim deutschen Filmfest präsent», erzählt Bausch. Mehr als ein Jahr Zeit ließ er sich für eine schwere Gewissensfrage.

 

«Nicht an ein Krankenhaus zu gehen, hätte für mich bedeutet, dass ich umsonst Medizin studiert hätte und nie mehr hätte Arzt werden können. Damals war das alles noch nicht so locker wie heute», weiß Bausch. Er ließ also eine verlockende Anfrage für den Spielfilm «Rote Erde» sausen und entschied sich für die weniger riskante Alternative, ohne den Schauspieltraum im Hinterkopf aufzugeben. «Ob Arzt, Jurist oder Schauspieler. Das sind alles Berufe, in denen man sich in die Seelen anderer Menschen hineinfinden muss», begründet Bausch seinen ungewöhnlichen Weg sehr logisch. Zumal das Jura-Studium ja auch nicht schaden kann, wenn er mit inhaftierten Patienten spricht. Doch der 56-Jährige konnte einfach nicht mehr vom Schauspielen lassen und gründete auch in seiner Justizvollzugsanstalt eine Theatergruppe.

 

Diese schillernde Persönlichkeit blieb den Fernsehmachern nicht verborgen, und heute hat Bausch für Kino und TV «circa 35 Drehtage im Jahr». Mehr als viele, die nur Schauspieler sind. «Ja, ich habe immer sehr viel zu tun und habe mittlerweile auch selbst angefangen, Bücher zu schreiben», sagt er. Das erste wird natürlich ein Thriller sein.

 

Die Gefängnisinsassen seien sehr stolz darauf, dass sie ein so bekanntes Gesicht behandele, berichtet Bausch. Mit seinem Arbeitgeber gebe es auch überhaupt keine Probleme, für die Dreharbeiten frei zu bekommen. «Die Justiz mag es, einen Exoten wie mich zu haben», freut sich der Hadamarer. Die Angebote, eine Doku-Soap über sein Leben zu starten, hat er aber abgelehnt. Er möchte lieber die hohe Kunst – lieber in Fernsehspielen glänzen, als den neuen «Ingo Lenßen», «Alexander Hold» oder «Kommissar Naseband» zu geben. «Von meiner Erfahrung aus dem täglichen Leben habe ich bei meiner Arbeit aus Schauspieler allerdings schon sehr profitiert.» Unter anderem bei der Mitwirkung in der Medizinerserie «Klinik am Alex». Joe Bausch würde sein Ärztedasein auch nie ganz aufgeben. «Ich kenne jemanden, der hat mehrere Jahre in «Verbotene Liebe» gespielt. Jetzt ist er zu alt und arbeitslos. Als freier Schauspieler das ist nicht einfach», weiß Bausch. Richtig Geld verdienten in Deutschland vielleicht hundert Leute.

 

Gerne mal wieder Bösewicht-Rollen

Für Joe Bausch ist es darum Fluch und Segen zugleich, die Dauerrolle im «Tatort» bekommen zu haben. «Für mich ist das ein riesiges Schaufenster. Millionen Leute kennen mich», weiß er. Der Nachteil an der Sache sei, dass man in der Branche schnell in eine Schublade gesteckt werde. «Jetzt bietet mir in einem Krimi keiner mehr die Rolle eines Bösewichtes an, die mir auch viel Spaß machen würde», so Bausch. Auch fürs Theaterspielen bleibt überhaupt keine Zeit mehr. Aber aufs Drehen in Köln, da freut er sich immer richtig. Auch weil die «Kommissare» nett sind, das Team schon zu einer echten Clique geworden ist.

 

Jungen Leuten, die den Gedanken hegen, Künstler zu werden, rät der Profi: «Ihr müsst dieses Leben wirklich wollen. Spielt viel Theater, aber ihr müsst wissen, man ist als Freier sein eigener Unternehmer, und oft muss man durch Zeiten von Arbeitslosigkeit gehen.» Joe Bausch selbst hat regelmäßig privaten Schauspielunterricht genommen, um sich weiter zu entwickeln. «Wenn ich vielleicht früher gewusst hätte, dass im Fernsehen eine Goldgräberstimmung entsteht, neben ARD und ZDF so viele neue Sender aus dem Boden sprießen, hätte ich mich vielleicht nach dem Studium anders entschieden», sagt Bausch. Sein alter Kumpel Helge Schneider ist nach harten Jahren in der Bedeutungslosigkeit jetzt jedenfalls ein Fernsehstar.

 

Aus dem Träumer ist was geworden

Joe Bausch bedauert es sehr, das sein 1983 verstorbener Vater Josef nicht mehr erleben konnte, was aus seinen scheinbar realitätsfernen Träumen geworden ist. «Ich weiß nicht einmal, ob er mich im Fernsehen vor seinem Tod noch einmal sehen konnte. Das finde ich sehr schade», sagt Bausch. Die, die mit dem jungen Hermann-Joseph Bausch-Hölterhoff einst im Oberzeuzheimer Kolpingheim Amateurtheater gespielt haben, die dürfen sonntags aber voller Stolz den Fernseher anmachen. Unbemerkt von ihnen ist Joe Bausch heute noch oft in Oberzeuzheim, einfach, um vom stressigen Alltag abzuschalten. Arbeit hat er genug. Demnächst startet der schauspielernde Mediziner eine Lesereise durch Deutschland mit dem Krimi «Kalte Wut».




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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