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04.10.2006 Gute und schlechte Noten

 

Von Edith Egger-Mertin

 

Limburg. „Bisher keine größeren Pannen“ an den Schulen im Landkreis meldet Schulamtssprecher Dirk Fredl fünf Wochen nach Einführung der „Unterrichtsgarantie plus“. Die Erfahrungen seien weitgehend positiv, alle Schulen hätten ein eigenes Vertretungskonzept entwickelt. Was Fredl nicht sagt, was aber fast alle von uns befragten Schulleiter heftig beklagen, ist der hohe bürokratische Aufwand, der mit dem Projekt verbunden ist. Hans-Joachim Hassler, Leiter der Taunusschule in Bad Camberg, spricht von „ständigem enormen Papierkram und organisatorischem Aufwand“, Peter Laux, Leiter der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar, nennt den Verwaltungsaufwand „viel zu hoch und abschreckend“, Siegfried Armborst, stellvertretender Leiter der Leo-Sternberg-Schule in Limburg, klagt über den „immensen bürokratischen Aufwand und die riesige zusätzliche Arbeit“. Hans-Werner Maximini, Leiter der Goetheschule in Limburg, zeigt ein dickes Paket Papier: der Rahmenvertrag, der mit allen Bewerbern durchgegangen werden muss. Von den 24 Interessenten, die er zu einem Gespräch eingeladen hatte, schickten lediglich acht den Vertrag unterschrieben zurück.

 

Von der „Unterrichtsgarantie Plus“ als einer „Mogelpackung“ spricht Dr. Nicholas Pascoe, Vorsitzender des Elternbeirats der Limburger Tilemannschule und Vorstandsmitglied im Kreiselternbeirat. Eigentlich handele es sich nur um eine Betreuungsgarantie, meint Pascoe. Qualifizierter Unterricht sei nur von qualifizierten Lehrkräften zu leisten, aber nicht von Hausfrauen, Pensionären und anderen Hilfskräften. Das alles habe mit echtem Fachunterricht nichts zu tun. „Der Titel Unterrichtsgarantie Plus ist für mich eine Frechheit und leider nicht mit Inhalt gefüllt.“

 

Sehr kritisch äußert sich auch Wolfgang Kessler, Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Lehrer an der Tilemannschule. Es sei „weit überzogen und eine Augenwischerei“ der hessischen Landesregierung, von einer Unterrichtsgarantie zu sprechen, die eigentlich nur eine Betreuung sei. Außerdem nutze die Landesregierung die Situation auf dem Arbeitsmarkt aus, um Leute für eine „nicht sozial verträgliche, nicht zeitgemäße“ Beschäftigung zu rekrutieren. Eine alte Forderung der GEW laute: Alle Schulen sollten ein Kontingent von zehn Prozent an ausgebildeten Lehrern über das normale Lehrerkontingent hinaus zur Verfügung haben, um Unterrichtsausfälle damit auffangen zu können.

 

Dagegen sind die bisherigen Erfahrungen der Schulleiter mit der Umsetzung der „Unterrichtsgarantie Plus“ eher positiv. Alle gaben bereitwillig Auskunft, wie sich der Vertretungspool an ihrer Schule zusammensetzt – in der Hauptsache handelt es sich um Lehramtsstudenten, um Lehrerinnen im Erziehungsurlaub, um pensionierte Lehrer und um Personen mit wissenschaftlicher oder fachlicher Qualifikation. Mühe, geeignete Kandidaten zu finden, hatte keine Schule. Klaus Landgraf, Leiter der Theodor-Heuss-Schule in Limburg, einer Grund-, Haupt- und Realschule mit 600 Schülern, hat zehn Personen in seinem Pool. „Es funktioniert, was ich nicht geglaubt habe, alle machen motiviert ihre Arbeit, es klappt besser, als anfangs befürchtet“, sagt er, kritisiert aber, dass die Vertretungskräfte, weil sie nicht in die schulische Arbeit eingebunden seien, allen – Eltern, Kindern und Kollegen – fremd blieben.

 

An der Fürst-Johann-Ludwig-Gesamtschule mit knapp 1800 Schülern sei schon bisher wenig Unterricht ausgefallen, betont Peter Laux. Das liege an den vielen Fahrschülern, die auf den Schulbus angewiesen seien und bis zur Abfahrt betreut werden müssten. In seinem Pool sind über 20 Personen, die zum Teil bereits erfolgreich eingesetzt wurden – junge Lehrer mit Staatsexamen, die auf eine Referendarstelle warten, Pensionäre, Leute mit Diplom und Unterrichtserfahrung, zum Beispiel in der Volkshochschule.

 

Im Pool der Taunusschule, einer Gesamtschule mit 1336 Schülern, sind 18 Vertretungslehrer erfasst, „zum Glück alle fachwissenschaftlich und pädagogisch kompetent“, sagt Hans-Joachim Hassler. Er mache da auch keine Kompromisse. Man habe sich gut vorbereitet im Vorfeld, mit jedem Bewerber habe er drei Gespräche geführt über die rechtlichen, inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen der Arbeit. Es gebe einen Materialpool für jedes Fach, jeden Schulzweig und jede Jahrgangsstufe, der den Vertretern zur Verfügung stehe, der Unterricht laufe, wie vom Fachlehrer vorgegeben. Bisher seien die Reaktionen der Schüler und Eltern eher positiv. Trotzdem: „Ich breche nicht in Euphorie aus“, sagt Hassler. „Normaler Unterricht ist immer noch der beste Unterricht.“

 

Positiv äußert sich auch Dr. Joachim Ackva, Leiter der privaten Marienschule in Limburg, während Günter Daniel, stellvertretender Leiter der Johann-Christian-Senckenberg-Schule in Runkel und Villmar mit 1150 Schülern, Kritik am Konzept übt. In seinem Pool sind fünf Frauen, darunter eine Ärztin, eine Stewardess und eine EDV-Spezialistin. „Wir können keinen Fachunterricht mit diesen Leuten abdecken“, sagt Daniel, das sei eine „illusorische Aussage der Ministerin“. Der Anspruch an die „Unterrichtsgarantie Plus“ sei zu hoch, den Vertretungskräften fehle es an der nötigen fachlichen und pädagogischen Qualifikation, vor allem in den höheren Klassen. Man hätte mit kleinen Schritten in der Grundschule beginnen sollen, das Ganze sei „mehr Betreuung als Unterricht“.

 

Es gibt auch Schulen im Kreis, die noch keine praktische Erfahrung sammeln konnten, zum Beispiel wegen eines Schulleiterwechsels die Mittelpunktschule Goldener Grund in Selters. Im Pool der St. Blasius-Schule in Dornburg-Frickhofen mit 780 Schülern sind 14 Vertretungslehrer erfasst. Erwin Blohm, stellvertretender Leiter, musste noch niemanden daraus einsetzen. „Gottseidank konnten wir Unterrichtsausfälle vermeiden und haben die Vertretung mit eigenen Lehrern geleistet“, sagt er. „Wie es praktisch läuft, weiß ich noch nicht“, sagt Verena Wüst, Leiterin der Grundschule in Beselich-Obertiefenbach. „Niemand war krank, niemand in Fortbildung“, deshalb habe man bisher keinen Vertreter aus dem 15-köpfigen Pool rufen müssen.

 

Und die Schüler? Irina Friedrich (16) „hasst“ das Modell. Die Schülerin einer zehnten Klasse der Marienschule berichtet von einem Vertretungslehrer, der gesagt habe: Macht was ihr wollt. „Wozu braucht man drei Stunden hintereinander eine Hausaufgabenaufsicht?“ fragt Irina. Auch Paula Fischer (14 ), 9. Klasse Marienschule, ist skeptisch. Sie sei lieber allein in der Stadt, als beaufsichtigt zu werden. Vertretungsstunden als reine Beschäftigungstherapie hält sie für wenig sinnvoll; Hausaufgaben mache man sowieso besser zuhause.

 




Quelle:  www.nnp.de (o.g. Datum)


 
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